Fachbereich Bund + Länder NRW

    Arbeitszeitreport Deutschland 2016: Work-Life-Balance im öffentlichen …

    Arbeitszeitreport Deutschland 2016: Work-Life-Balance im öffentlichen Dienst

    Work-Life-Balance im öffentlichen Dienst DGB Work-Life-Balance im öffentlichen Dienst

    Kaum ein anderer Aspekt der Arbeit wirkt sich auf unser Privatleben aus, wie die Gestaltung der Arbeitszeit. Durch sie ist bestimmt, welche Zeit zur Erholung und für private Verpflichtungen zur Verfügung steht. Der Arbeitszeitreport Deutschland 2016 der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) berichtet aktuelle Zahlen zur Verbreitung verschiedener Arbeitszeitformen und zeigt, wie diese in Zusammenhang mit der Work-Life-Balance von Beschäftigten stehen.

    Der BAuA-Arbeitszeitreport 2016 berichtet Ergebnisse einer repräsentativen Befragung, in der 20.000 Erwerbstätige in Deutschland, die mindestens 10 Stunden in der Woche arbeiten, zu ihrer Arbeitszeitrealität befragt wurden. 28% der in der Studie befragten abhängig Beschäftigten arbeiten im öffentlichen Dienst. Ein gutes Fünftel (22%) hiervon sind Beamtinnen und Beamte, sieben von zehn sind Angestellte und 8% sind Arbeiter bzw. Arbeiterinnen. In diesem Beitrag werden auch über den Arbeitszeitreport hinausgehende Befunde für Beamtinnen und Beamte sowie Angestellte im öffentlichen Dienst berichtet.

    Tatsächliche und gewünschte Arbeitszeit

    28% der Beschäftigten im öffentlichen Dienst haben eine tatsächliche wöchentliche Arbeitszeit zwischen 10 und 34 Stunden, was im Arbeitszeitreport als Teilzeitarbeit definiert wurde. Dabei ist diese Teilzeitarbeit unter den Beamtinnen und Beamten mit 21% deutlich weniger weit verbreitet als unter den Angestellten (31%). Überlange Arbeitszeiten von mindestens 48 Stunden in der Woche haben 13% der Beschäftigten im öffentlichen Dienst. Von den Angestellten betrifft dies knapp 11% während von den Beamtinnen und Beamten sogar mehr als ein Fünftel so lange arbeitet. Diese Zahlen bekommen besondere Relevanz vor dem Hintergrund, dass dem Arbeitszeitreport zufolge mit steigendem Umfang der Arbeitszeit der Anteil der Beschäftigten sinkt, die damit zufrieden sind, wie ihr Arbeits- und Privatleben zusammenpassen. Für den öffentlichen Dienst zeigt sich, dass nur sechs von zehn Beschäftigten mit überlangen Arbeitszeiten zufrieden mit ihrer Work-Life-Balance sind, während dies für mehr als acht von zehn Beschäftigten mit kürzeren Arbeitszeiten der Fall ist.

    Viele Beschäftigte würden daher gerne ihre Arbeitszeit reduzieren. Wenn sie den Umfang ihrer Arbeitszeit selbst wählen könnten – unter Berücksichtigung der entsprechenden Verdienstanpassung – würden die Beschäftigten im öffentlichen Dienst im Mittel am liebsten 36 Stunden in der Woche arbeiten (Median). Das sind 4 Stunden weniger als sie derzeit im Mittel tatsächlich arbeiten. Der Median der tatsächlichen Arbeitszeit liegt bei 40 Stunden. Ein genauerer Blick zeigt, dass über die Hälfte der Vollzeitbeschäftigten im öffentlichen Dienst ihre Arbeitszeit verkürzen möchte, während dies nur auf ein gutes Fünftel der Teilzeitbeschäftigten zutrifft. Fast ein Drittel der Teilzeitbeschäftigten möchte ihre Arbeitszeit hingegen verlängern.

    Atypische Arbeitszeiten

    Nicht nur die Länge der Arbeitszeit bestimmt, wie zufrieden Beschäftigte mit ihrer Work-Life-Balance sind, sondern auch die Lage der Arbeitszeit. Insbesondere, wenn zu Zeiten gearbeitet wird, die aus sozialer Hinsicht besonders wertvoll sind – wie z. B. abends und am Wochenende – hat dies Auswirkungen auf die Work-Life-Balance. Wie viele Beschäftigte im öffentlichen Dienst zu diesen untypischen Arbeitszeiten arbeiten, zeigen die folgenden Zahlen. Zwar arbeiten 83% der Beschäftigten im öffentlichen Dienst normalerweise innerhalb des Zeitrahmens von 7 bis 19 Uhr. Jedoch haben 6% versetzte Arbeitszeiten, wie z. B. feste Früh- oder Spätschichten, 3% haben wechselnde Schichten ohne Nachtanteile und 8% arbeiten in Wechselschicht mit Nachtarbeit oder in Dauernachtschichten. Arbeitszeiten zu atypischen Lagen sind bei der Untergruppe der Beamtinnen und Beamten dabei insgesamt etwas seltener als bei den Angestellten: Neun von zehn Beamtinnen und Beamten arbeiten normalerweise tagsüber.

    Darüber hinaus arbeiten mehr als zwei von fünf der im öffentlichen Dienst Beschäftigten mindestens einmal im Monat am Wochenende (42%). Bei etwa einem Drittel der Beschäftigten schließt dies auch Sonntags- bzw. Feiertagsarbeit mit ein. Unter den Beamtinnen und Beamten ist Wochenendarbeit etwas weiter verbreitet. Fast die Hälfte der Beamtinnen und Beamten arbeitet am Wochenende, wobei dies in den meisten Fällen – und damit im öffentlichen Dienst auch deutlich häufiger als in anderen Wirtschaftsbereichen – Sonntagsarbeit mit einschließt.

     Mehr: http://www.dgb.de/themen/++co++48e86510-0e49-11e7-938e-525400e5a74a