Bundesverkehrsverwaltung

    WSV: Es fehlen 500 Ingenieure für Sanierung und Ausbau

    WSV: Es fehlen 500 Ingenieure für Sanierung und Ausbau

    WSV ver.di WSV

    Westfälische Nachrichten: Jens Schwanen ist der Geschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Binnenschifffahrt mit Sitz in Duisburg – und in dieser Funktion der oberste Lobbyist der Binnenschiffer, die auf den Flüssen und Kanälen unterwegs sind. Probleme wie den schleppenden Ausbau des Dortmund-Ems-Kanals in Münster kennt er zur Genüge. Er nimmt die Politik in die Pflicht. 

    Münster ist für Jens Schwanen vom Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt eines von aktuell vielen Problemen. Das Strecken der Baumaßnahmen ziehe sich quer durch die Republik. „Den Bedarf an einer Sanierung und einem Ausbau des Binnenschifffahrtsnetzes kann man politisch nicht mehr wegdiskutieren“, spricht er Klartext, stößt damit aber nicht immer auf offene Ohren.

    Die Lobbyarbeit ist für Schwanen um so dringlicher, als die Binnenschifffahrt über Jahre hinweg das Stiefkind der Verkehrspolitik gewesen sei. Es mangele an „Planbarkeit und Verlässlichkeit“ für die Unternehmen und deren Kunden.

    In die Jahre gekommene Schleusen beispielsweise seien an vielen Stellen eine latente Gefahr. Auch sei die Perspektive eines ausgebauten Dortmund-Ems-Kanals in vielleicht acht oder zehn Jahren so vage, dass sich die gewerbliche Binnenschifffahrt darauf aktuell kaum einstellen könne.

    Nach Angaben von Jens Schwanen fehlen der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung derzeit bundesweit 500 Ingenieure für die Planung, was zur Folge habe, dass bis zu 200 Millionen Euro Investitionsmittel des Bundes nicht abgerufen werden könnten.

    Ärgerlich sei auch, dass ein Projekt wie der Ausbau des Elbe-Lübeck-Kanals, der aus Sicht des Bundesverbandes nicht die höchste Priorität habe, mit Nachdruck von der Politik vorangetrieben werde.

    Die entsprechenden Rahmenbedingungen vorausgesetzt, ist Jens Schwanen vom Erfolg des Schifffahrt beim Gütertransport in Deutschland überzeugt. „Die Binnenschifffahrt wird am wachsenden Güterverkehr partizipieren.“ Ein modernes Binnenschiff ersetze im Durchschnitt 150 Lkw, was in Zeiten des Fachkräftemangels noch zu einem zentralen Argument werden könnte.

    Stolz verweist der Geschäftsführer auch darauf, dass der Containerverkehr auf dem Rhein boome. Auf den „Nebenwasserstraßen“, so der offizielle Begriff, setze die fehlende Durchfahrtshöhe verschiedener Brücken einer Ausdehnung aber enge Grenzen.

    Quelle und mehr: http://t.wn.de/Muenster/3123789-Schifffahrtsbranche-fuehlt-benachteiligt-Es-fehlen-500-Ingenieure-fuer-Sanierung-und-Ausbau

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    Hängepartie beim Ausbau des Kanals in Münster

    Münster - Zunächst hieß es, der Ausbau des Dortmund-Ems-Kanals in Münster werde in etwa fünf Jahre dauern. Inzwischen ist von 14 Jahren die Rede (2012 bis 2026), was in der Öffentlichkeit und bei den Verantwortlichen der Stadt für erheblichen Unmut sorgt. Bislang wurde erst eine von acht neuen Kanalbrücken fertiggestellt. Unsere Zeitung ist den Gründen für die Misere nachgegangen. 

    2026 soll alles fertig sein. So lautet – im wahrsten Sinne des Wortes – die neue Wasserstandsmeldung, wenn es um den Ausbau des Dortmund-Ems-Kanals geht. Bislang wurde nur die Kanalbrücke an der Schillerstraße fertiggestellt, sieben weitere Brücken auf der sogenannten Stadtstrecke stehen noch auf der Arbeitsliste.

    Anfang der 1990er-Jahre wurde der Ausbau des Dortmund-Ems-Kanals beschlossen. Er wurde seinerzeit mit einer hohen Priorität versehen, und zwar als ein „Projekt der Deutschen Einheit“. Das Ziel war eine leistungsfähige Wasserstraße, die Berlin mit dem Duisburger Hafen und mit der Rhein-Schifffahrt verbindet. Münster gilt als das letzte Nadelöhr, das auf diesem Weg beseitigt werden soll. ...

    „Am Geld liegt es nicht“

    MdB Sendker beschönigt nichts, aber er schließt eine Erklärung gleich aus: „Am Geld liegt es nicht.“ Als Sendker 2009 in den Deutschen Bundestag einzog, gab der Bund 9,5 Milliarden Euro pro Jahr für die Verkehrsin­frastruktur aus, heute seien es 13,6 Milliarden Euro. Und mit den angepeilten 15 Milliarden Euro sei ein Volumen erreicht, „das den Bedarf deckt“.

    Sendker benennt stattdessen zwei Probleme, die sich unmittelbar negativ auf die Fertigstellung des Dortmund-Ems-Kanals auswirken. Zum einen konzentriere sich die deutsche Wasser- und Schifffahrtsverwaltung weitgehend auf den Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals und bündele dort die verfügbaren Ressourcen. Im Hintergrund stehe dabei nicht zuletzt die Erreichbarkeit des Hamburger Hafens.

    „ Wir alle haben da Fehler gemacht. Das Nicht-Handeln früherer Jahre wird jetzt zum Problem. “

    Zum anderen bemängelt Sendker aber generell die personelle Ausdünnung der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung. „Es fehlen die Ingenieure.“ Selbstkritisch fügt er hinzu: „Wir alle haben da Fehler gemacht. Das Nicht-Handeln früherer Jahre wird jetzt zum Problem.“

    Frei werdende Stellen nicht nachbesetzt

    Auch beim Wasser- und Schifffahrtsamt Rheine, das für Münster zuständig ist, seien über Jahre hinweg frei werdende Stellen nicht nachbesetzt werden. Angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels sei es jetzt um so schwerer, „neues Personal zu rekrutieren“.

    Da die Personalengpässe kurzfristig nicht zu beseitigen sind, sieht der CDU-Bundestagsabgeordnete als Alternative nur eine verstärkte Lobby-Arbeit, um einen größeren Anteil der beschränkten Kapazitäten nach Münster zu lenken. ...

    Quelle und mehr: http://t.wn.de/Muenster/3123786-Dauerbaustelle-Dortmund-Ems-Kanal-Haengepartie-beim-Ausbau-des-Kanals-in-Muenster

    Kommentar: Interessante aber sehr späte Erkenntnis, denn gerade die CDU hat über Jahrzehnte den "schlanken Staat" beschworen und im Bereich des Bundesverkehrsministeriums auch aktiv betrieben. ver.di hatte immer wieder auf diese Entwicklungen hingewiesen. Heute müssen wir mit den teuren Konsequenzen leben, übrigens nicht nur in der WSV...