Bundeswehr

    HIL GmbH: Bundeswehr will ihre Panzerwerkstätten loswerden

    HIL GmbH: Bundeswehr will ihre Panzerwerkstätten loswerden

    Die Bundeswehr steht nach langem Hin und Her vor der endgültigen Entscheidung, was die Zukunft ihrer Werkstätten für Panzer und andere Heeresfahrzeuge betrifft. Nach Recherchen der „Welt“ wird ein Verkauf oder eine langfristige Verpachtung der Werke der HIL GmbH mit rund 1500 Beschäftigten an die Rüstungsindustrie vorbereitet. Das Verteidigungsministerium hat Unternehmen in Europa und Nato-Staaten aufgefordert, Interesse anzumelden. Eine Sprecherin des Ministeriums bestätigte die Überlegung grundsätzlich. Angesichts der Komplexität könnte das Vorhaben aber nicht mehr in diesem Jahr umgesetzt werden.

    Der HIL kommt eine Schlüsselrolle bei der Einsatzfähigkeit der Rad- und Kettenfahrzeuge des Heeres zu. Bereits jetzt wird aber ein Großteil der Reparaturen und Instandsetzungen an Panzern und anderen Fahrzeugen von der Industrie erledigt. 2015 wurden gut 300 Fahrzeuge in den drei bundeseigenen HIL-Werken gewartet und gut 700 in der Industrie. Nach dem neuen Modell würden künftig alle Aufträge über mehrere Hundert Millionen Euro jährlich privatwirtschaftlich vergeben. 2015 erzielte die HIL rund 223 Millionen Euro Umsatz, Tendenz steigend. Den neuen Plänen zufolge soll die HIL als Dienstleister für das Heer zwar staatlich bleiben. Ihre Werke in Darmstadt (Hessen), Doberlug-Kirchhain (Brandenburg) und St. Wendel (Saarland) sollen aber an die Privatwirtschaft gehen. Nach den Unterlagen, die der „Welt“ vorliegen, werden ein Share Deal, also ein Verkauf und eine Verpachtung von Infrastruktur sowie Leistungszusagen über mindestens 20 Jahre erwogen. Wie eine Sprecherin des Verteidigungsministerium erklärte, würden die rund 1500 HIL-Beschäftigten dem künftigen Betreiber weiter von der Bundeswehr „beigestellt“. An ihrem Status ändere sich nichts.

    Zu den Interessenten für die Werke dürften Krauss-Maffei Wegmann und Rheinmetall zählen. Sie könnten sich auf einen größeren Auftragsschub freuen. Die Zahl der Rad- und Kettenfahrzeuge des Heeres wird derzeit wieder aufgestockt. Erst jüngst hat die HIL beispielsweise die Rolls-Royce-Tochter MTU damit beauftragt, Dieselmotoren von Panzerhaubitzen in seinen Werken instand zu halten.

    Quelle: https://www.welt.de/print/welt_kompakt/print_wirtschaft/article160013016/Bundeswehr-will-ihre-Panzerwerkstaetten-loswerden.html