IT.NRW

    Innenminister Ralf Jäger zu Gast bei den ver.di VL von IT.NRW

    Innenminister Ralf Jäger zu Gast bei den ver.di VL von IT.NRW

    IT.NRW: Diskussion mit Ralf Jäger ver.di IT.NRW: Diskussion mit Ralf Jäger

    In der bis zum Bersten gefüllten Cafeteria stellte sich der Innenminister und ver.di-Kollege Ralf Jäger am vergangenen Mittwochnachmittag, für 1 ½ Stunden den Fragen der weit über 100 Kolleginnen und Kollegen von IT.NRW. Nach Begrüßungsworten von Klaus Rittinger, Sprecher der ver.di-Vertrauensleute, Hans-Josef Fischer, Präsident von IT.NRW, und Ralf Jäger, führte Michael Kötzing, ver.di-Landesbezirksfachbereichsleiter Bund/Länder NRW unterhaltend und kompetent durch die Veranstaltung.

    Klaus Rittinger eröffnete jeweils mit einer Eingangsfrage die drei Themenblöcke „Tarif- und Besoldungsrunde 2017“, „IST-Situation bei IT.NRW“ und „Zukunft von IT.NRW“. Im Anschluss daran folgten jeweils zahlreiche Fragen aus dem Publikum, u. a. zur Einführung einer 6. Erfahrungsstufe für die Entgeltgruppen 9 – 15, zur Möglichkeit eines Altersteilzeittarifvertrages und zur unbefristeten Übernahme von Auszubildenden. Außerdem soll die Möglichkeit einer Regelung für Beamtinnen und Beamte, analog zu den Tarifbeschäftigten nach Ableisten einer gewissen Zeit abschlagsfrei in den Ruhestand zu gehen, gegeben sein.

    Wer jeweils konkrete und zufriedenstellende Antworten bei allen Fragen erwartet hatte, musste enttäuscht werden. Dazu war der Innenminister einfach zu sehr Vollblutpolitiker und ließ sich nur selten verbindliche Aussagen entlocken. Bei den Fragen zur Tarif- und Besoldungsrunde wünschte er sich als ver.di-Mitglied einen guten Abschluss, verwies aber in seiner Funktion als Mitglied der Landesregierung erwartungsgemäß auf den dafür zuständigen Finanzminister Norbert Walter-Borjans bzw. die Verhandlungsführer der Länder (die Finanzminister der Länder Sachsen-Anhalt, Bremen und Niedersachsen). Der Einführung einer 6. Erfahrungsstufe stand er positiv gegenüber, wolle man im Kampf um Personal konkurrenzfähig bleiben. Dazu zählte er auch Angebote im Bereich Work-Life-Balance und einen wertschätzenden Umgang mit den Beschäftigten. Junge Beschäftigte könnten heute schneller als früher in höhere Positionen aufsteigen. Einer sofortigen unbefristeten Übernahme setze der Haushalt und die Abstimmung im Kabinett aber enge Grenzen. Für Beamtinnen und Beamte sei die Übernahme des Tarifergebnisses mit einem Versorgungsabschlag, wie mit ver.di verhandelt, bis 2019 garantiert.

    Bei Detailfragen ließ er seine mit ihm angereisten hochrangigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter die für Personal und die nachgeordneten Behörden zuständigen Abteilungsleiter bzw. Referenten sowie den CIO des Landes NRW, antworten. Diese gingen dann, wie auch der Betriebsleiter, Herr Fischer, detaillierter auf Fragen zur Anzahl und den Gründen der Befristungen von Arbeitsverträgen (derzeit ca. 6 % aller Arbeitsverträge bei IT.NRW) sowie der Bürosituation ein. Vor allem im Hinblick auf den anstehenden Zensus 2021 hier ist eine Anmietung in der Größenordnung von ca. 4 500 qm im Umkreis von 1,5 Kilometern geplant. Fragen zu den Themen der zunehmenden Arbeitsverdichtung, E-Government und die Abgrenzung zu anderen IT-Dienstleistern in NRW schlossen sich an. Die Aussage, die Daten der Landesverwaltung würden „überwiegend“ bei IT.NRW gehalten, ließ aufhorchen. Wurde doch mit d-NRW eine neue Anstalt öffentlichen Rechts gegründet. Falls diese Aufträge aus den Ressorts erhalten sollte, stünde dies im Gegensatz zur Aussage der Landesverwaltung, IT.NRW sei „der“ zentrale IT-Dienstleister der Landesverwaltung. Befragt zur Zukunft von IT.NRW äußerte Ralf Jäger, dass der Bedarf an IT weiter wachsen werde. Die Rolle von IT.NRW werde nicht kleiner, sondern größer.

    Insgesamt lobte der Innenminister in seinen Wortbeiträgen mehrmals die zuverlässige Arbeit der Beschäftigten bei IT.NRW und betonte auch noch einmal die Wichtigkeit ihrer Arbeit für die Landesverwaltung und Bürgerinnen und Bürger. Michael Kötzing appellierte zum Abschluss der Veranstaltung, sich aktiv in die anstehende Tarif- und Besoldungsrunde einzubringen und auch, wenn nötig, raus auf die Straße zu gehen (Zitat: „Es ist bei den Arbeitgebern nicht wie beim Metzger, wo gefragt wird: Darf es etwas mehr sein.“). Er bedankte sich bei den für die Technik und Organisation Verantwortlichen für die gute Durchführung der Veranstaltung, bevor Klaus Rittinger mit einem Dank an den Innenminister für seine Teilnahme und beim Publikum für die rege Beteiligung alle in den wohl verdienten Feierabend verabschiedete.
    Mit freundlichen Grüßen

    Die ver.di-Vertrauensleute bei IT.NRW