Vollzug

    Justizvollzug: Bringen Drohnen Drogen in den Knast?

    Justizvollzug: Bringen Drohnen Drogen in den Knast?

    Werden Häftlinge aus der Luft mit Drogen, Pornos oder gar Waffen versorgt? Tatsächlich schreckten Drohnen bereits sieben Mal die Wachmannschaften der nordrhein-westfälischen Gefängnisse auf.

    Gefängnisse in Nordrhein-Westfalen wappnen sich gegen Angriffe aus der Luft. Wie mehrere regionale Medien berichten, sorgt sich das Justizministerium um Drohnen, die die Schmuggelware zu den Insassen bringt.

    Tatsächlich haben Drohnen bereits sieben Mal die Wachmannschaften der nordrhein-westfälischen Gefängnisse aufgeschreckt, wie das Landesjustizministerium auf eine Anfrage des CDU-Abgeordneten Gregor Golland bestätigt. Den ersten Alarm gab es den Angaben zufolge bereits 2013. Alle sieben Vorfälle seien Überflüge gewesen, teilte die Behörde mit. Bis auf einen: Im Dezember 2015 wurde in der JVA Köln eine abgestürzte Drohne entdeckt. Möglicherweise stammte das Fluggerät von einem Hobbyflieger, der einfach nur neugierig war, wie es hinter den Gefängnismauern aussieht. Oder die Drohne hatte tatsächlich Schmuggelware an Bord und wurde zu spät entdeckt.

    Die Sicherheitsbehörden des Bundes und der Länder haben die Drohnen-Problematik schon länger im Blick. So wurden im vergangenem Jahr alle Gefängnisleiter angewiesen, dass sämtliche Freiflächen, die von den Haft-Insassen betreten werden, vor dem Hofgang gründlich kontrolliert werden müssen, heißt es aus dem Ministerium. Außerdem werde dem unerwünschten Anliefern von verbotener Ware durch Drohnen direkt am Zellenfenster durch zusätzliche Wellengitter entgegengewirkt.

    Aber nicht nur in NRW wurden in den vergangenen Monaten Versuche bekannt, Drogen und andere Dinge mittels Drohne an Häftlinge zu liefern. So fanden Justizbeamte im Dezember 2014 bei ihrem Rundgang über das Freigelände der JVA Oslebshausen in Bremen eine Drohne. Am Rumpf des Fluggeräts befand sich ein gelbes Überraschungsei, aufgefüllt mit Marihuana. Nur zwei Wochen später stolperten Beamte des Untersuchungsgefängnisses Holstenglacis in Hamburg über eine havarierte Drohne. An Bord hatte das Fluggerät ein Smartphone, einen USB-Stick und Haschisch.

    Über der JVA Landsberg in Bayern wollen Häftlinge im Sommer 2014 eine Drohne mit Kamera gesichtet haben. Allerdings dürfte es sich dabei um pure Paparazzi-Neugier gehandelt haben, denn zu jener Zeit saß dort Bayern-Boss Uli Hoeneß seine Strafe für Steuerhinterziehung ab. Ein Foto des mächtigen Fußball-Managers in Anstaltskleidung wäre eine verbotene Ware, die wohl auch jenseits der Gefängnismauern auf großes Interesse gestoßen wäre.

    Quelle: http://www.n-tv.de/panorama/ringen-Drohnen-Drogen-in-den-Knast--article19684519.html

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