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    Tarifrunde 2017: Ein Rückblick ...

    Tarifrunde 2017: Ein Rückblick ...

    Stationierungsstreitkräfte ver.di Stationierungsstreitkräfte

    ver.di und NGG gingen in diesem Jahr gemeinsam mit der Forderung einer Erhöhung der Tabellenwerte um 5 Prozent, mindestens aber um 100 € in die anstehende Tarifrunde. Außerdem sollen die Beschäftigten durch eine arbeitgeberfinanzierte Mitgliedschaft bei der GUV/Fakulta besser abgesichert werden, z.B. bei Schäden an Dienstfahrzeugen. Die Tarifverhandlungen begannen am 12. September 2017 in Berlin. Da nur zwei Verhandlungsrunden vereinbart wurden, erwarteten wir von den Arbeitgebern bereits in der ersten Verhandlungsrunde ein verhandlungsfähiges Angebot und ernsthafte Verhandlungen. Bereits während der ersten Verhandlungsrunde wurde klar, ein Verhandeln auf „Augenhöhe“ gestaltet sich schwierig. Während die Arbeitgeber sich nicht scheuten, die derzeitige angespannte Haushaltslage der Entsendestaaten anzuführen, führten die Vertreter der USA zudem die zu erwartenden Kosten der Umweltkatastrophen als Begründung dafür an, aus welchem Grunde eine Einigung oberhalb von rund 1 Prozent nicht darstellbar ist.

    Viele Kolleginnen und Kollegen unterstützten ihre Forderung nach einer Erhöhung der Löhne und Gehälter und taten mit vielfältigen Aktionen ihren Unmut über das Arbeitgeberangebot kund. Ihnen war bewusst: Zu jeder Forderung gehört die Antwort auf die Frage des örtlichen Beitrags zur Durchsetzung der Forderung. Während der zweiten Verhandlungsrunde am 26./27. September konnten wir einen kompromissfähigen Verhandlungsstand erreichen.

    • 2,1 Prozent tabellenwirksame Erhöhung für Beschäftigte bis 3.000 € brutto
    • 1,8 Prozent tabellenwirksame Erhöhung für Beschäftigte über 3.000 € brutto
    • rückwirkend ab 1. September 2017
    • Wirkung auch bei Auflösung des Arbeitsverhältnisses zum 30.9.17
    • Einmalzahlung 200 € (Azubi 100 €; bei Teilzeit anteilig) mit Dezembergehalt 2017
    • 12-monatige Laufzeit bis 31. August 2018
    • Nur Nato-Standort Geilenkirchen: Für geringfügig Beschäftigte Aushilfen in einfacher Tätigkeit steigt der Stundenlohn zum 1. Januar 2017 auf 11,27 €.

    Die 2,1 Prozent Lohnerhöhung halten aus Sicht der Tarifkommission zusammen mit den 200 € dem Vergleich mit anderen Lohnentwicklungen in Deutschland stand. 2,1 Prozent
    war als Schallmauer insbesondere bei den Amerikanern nicht zu sprengen, weil auch kämpfende US-Soldaten höchstens diese Erhöhung bekommen. Und wir wollten eine Differenzierung, auch wenn uns „Sockel“ oder Mindestbeträge lieber gewesen wären.

    „Uns ist klar, dass dieser Verhandlungsstand ein Kompromiss darstellt, der nicht alle Erwartungen der Kolleginnen und Kollegen erfüllt“, so Christian Fuhrmann, Bundesfachgruppenleiter
    für die Stationierungsstreitkräfte. „Jedoch ist der eingeschlagene Weg, gerade die unteren Einkommen in den Blick zu nehmen, sicherlich zukunftsweisend. Der Abschluss trägt so eine sehr klare soziale Handschrift“. In einer sich der Verhandlungsrunde anschließenden Mitgliederbefragung stimmten 75,76 Prozent der abstimmenden Mitglieder stimmten für die Annahme des Verhandlungsergebnisses. Knapp ¼ der Kolleginnen und Kollegen stimmten gegen die Annahme des Verhandlungsergebnisses und waren bereit, für einen höheren Abschluss zu kämpfen.

    Dieses Verhandlungsergebnis war nur möglich durch die vielfältigen und sehr unterschiedlichen Arbeitskampfmaßnahmen in der ganzen Spannweite von ganztägiger
    Bestreikung kompletter Arbeitsbereiche über mehrstündige Arbeitskampf-Aktionen bis hin zu Aktionen, die auf die persönliche Mittagspause beschränkt waren. Einbezogen waren
    die Standorte Mönchengladbach, Paderborn, Geilenkirchen, Wiesbaden, Kaiserslautern (TLSCE), Ramstein, Einsiedlerhof, Baumholder, Germersheim, Stuttgart, Müllheim, Grafenwöhr,
    Vilseck, Hohenfels, Katterbach mit Illesheim und Ansbach sowie Garmisch/ Oberammergau…

    Die Tarifkommission bedankt sich ganz ausdrücklich bei allen Ehren- und Hauptamtlichen, die sich eingesetzt haben! Ohne diese Tatkraft wäre sie in den Verhandlungen nie so weit gekommen.

    Gewerkschaft lohnt sich! – Mitglieder entscheiden! https://mitgliedwerden.verdi.de/beitritt/verdi