TV-L (Länder)

    Vierte Verhandlungsrunde mit der Tarifgemeinschaft der Länder …

    Vierte Verhandlungsrunde mit der Tarifgemeinschaft der Länder am 28./29. März 2015

    Im Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst der Länder haben in den vergangenen drei Tagen zehntausende Beschäftigte an Warnstreiks und Protestaktionen für eine bessere Bezahlung der Tarifangestellten und der wirkungsgleichen Übernahme des Ergebnisses auf den Beamtenbereich, eine Eingruppierung der Lehrkräfte sowie gegen einen Eingriff in das Leistungsrecht der Zusatz-Altersversorgung VBL demonstriert.  

    Ver.di macht damit noch einmal Druck auf die anstehende vierte Runde der Tarifverhandlungen, die am Samstag und Sonntag (28. und 29. März 2015) in Potsdam stattfindet.  

    Der Bereich Beamtinnen und Beamte wird über das Ergebnis der Verhandlungen zeitnah informieren und setzt sich in Gesprächen mit der Tarifgemeinschaft sowie mit den Landesregierungen für eine zeit- und inhaltsgleiche Übernahme von Einkommensverbesserungen auf die Beamtinnen und Beamten in Landes- und Kommunalverwaltungen ein.

    Tarifrunde der Länder: 180.000 Warnstreikende kann man nicht ignorieren

    Berlin, 27. März 2015 | Inzwischen haben bundesweit rund 180.000 Beschäftigte im öffentlichen Dienst der Länder in der diesjährigen Tarifrunde gestreikt. In dieser Woche sind noch einmal an drei Tagen 80.000 Menschen auf die Straße gegangen, um spürbar mehr Geld und die Sicherung ihrer Altersversorgung zu fordern. Allein in Leipzig waren am vergangenen Dienstag 27.000 Streikende auf dem Augustusplatz zusammengekommen. Ein Schild unter tausenden sagte alles: „Tarifrunde – Streikst du mit oder reichts dir schon?“ Klar ist: Es reicht noch lange nicht, was die Arbeitgeber vorschlagen. Die wollen nämlich erst mal nur streichen – an der Zusatz-Altersversorgung im öffentlichen Dienst.

    „Die Finanzminister der Länder wollen aus dem System der betrieblichen Altersversorgung aussteigen. Die Arbeitgeber wollen eine Kürzung der Altersversorgung um 20 Prozent. Dagegen richtet sich unser Widerstand. Wir akzeptieren nicht länger, dass sich die Arbeitgeber einmauern. Wir erwarten jetzt ein verhandlungsfähiges Angebot“, sagte deshalb auch der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske am Mittwoch auf einer Kundgebung in Hannover. Insgesamt 15.000 Beschäftigten streikten an diesem Tag. Zuvor waren in der ersten Warnstreikwelle 100.000 Beschäftigte nicht an ihren Arbeitsplätzen, sondern auf den Plätzen ihrer Städte angetreten, um den Druck auf ihre Arbeitgeber zu erhöhen. Mit den Warnstreiks in dieser Woche wollten sie noch einmal deutlich machen, dass sie in der nunmehr vierten Verhandlungsrunde am morgigen Sonnabend in Potsdam deutlich mehr erwarten als nur Abstriche.

    ver.di fordert für die rund 800.000 Tarifbeschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder unter anderem 5,5 Prozent mehr Gehalt, mindestens 175 Euro monatlich. Auszubildende sollen unbefristet übernommen werden, die Ausbildungsvergütungen um 100 Euro monatlich steigen, der Urlaub für die Auszubildenden von 26 auf 30 Tage verlängert werden. Außerdem verlangt ver.di den tarifvertraglichen Ausschluss sachgrundloser Befristungen. Den von den Ländern geforderten Eingriff in das Leistungsrecht der Zusatz-Altersversorgung VBL lehnt ver.di ab. Zudem setzt sich ver.di für eine tarifliche Eingruppierung angestellter Lehrkräfte ein.