TV-L (Länder)

    TV-L: Statt blanken Hohn fordern sie einen anständigen Lohn

    TV-L: Statt blanken Hohn fordern sie einen anständigen Lohn

    Rund 200 Beschäftigte der Länder haben sich am Morgen vor dem Beginn der zweiten Runde der Tarifverhandlungen in Potsdam getroffen, um die ver.di-Verhandlungskommission lautstark zu unterstützen und deutlich zu machen, worum es ihnen bei den diesjährigen Verhandlungen geht. Sie sind aus Baden-Württemberg und Brandenburg, vom Küstenschutz im Landesbezirk Nord und aus Niedersachsen gekommen. „Klar zeigen wir hier Flagge“, sagt Dirk Böhm von der Autobahnmeisterei Braunschweig, der mit 50 Kollegen nach Potsdam gereist ist. Die Übernahme der Azubis ist ihnen wichtig, ebenso wie die Gehaltsforderung von ver.di. „Und noch eine Botschaft von uns an die Arbeitgeber der Länder: Hände weg von der betrieblichen Altersversorgung für unsere Kollegen!“

     

    Auch für Michaela Busch, Gesundheits- und Krankenpflegerin vom Uniklinikum Erlangen, ist die betriebliche Altersversorgung besonders wichtig. „Gerade für die jungen Leute“, sagt sie. Und die Übernahme der Azubis liege ihr am Herzen. Schließlich würden die jungen, gut ausgebildeten Leute in der Pflege dringend gebraucht. Michaela ist mit fünf Kolleg/innen zum Verhandlungsort in der Brandenburgischen Landeshauptstadt gekommen. Sie haben es satt, „dass der Kostendruck an den Krankenhäusern immer stärker auf die Beschäftigten abgeladen wird“, wie Personalrätin Ines Meissner sagt. Auf dem Plakat, dass sie hochhalten, steht „1,28 nachts ist blanker Hohn, wir wollen anständigen Lohn!“ Meissner, Krankenschwester auf der Kardiologischen Intensivstation, sagt, der Nachtzuschlag von 1,28 Euro sei bei ihnen seit Jahrzehnten nicht verändert worden. „Jetzt wird es endlich Zeit!“ Die Beschäftigten aus Erlangen wissen, dass viele ihrer Kolleginnen und Kollegen hinter den ver.di-Forderungen stehen. Sie hoffen auch auf neue Mitglieder, gerade jetzt, in der für alle wichtigen Tarifauseinandersetzung.

    Noch vor Beginn der Verhandlungen begrüßt der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske die ver.dianer/innen vor dem Tagungshotel. Er spricht von dem dicken Paket, über das verhandelt werde, von der von ver.di geforderten deutlichen Reallohnerhöhung und den Verbesserungen für die Auszubildenden, der Situation der Lehrkräfte und der Bedeutung der betrieblichen Altersversorgung. Das alles „ist ohne euch nicht durchzusetzen“, sagt er. „Deswegen ist es gut, dass ihr hier seid!“ Ein Angesprochener ruft laut hinterher: „Und wir kommen wieder!“