Zusatzversorgung

    Rente mit Niveau - So wichtig ist die Zusatzversorgung im Öffentlichen …

    Rente mit Niveau - So wichtig ist die Zusatzversorgung im Öffentlichen Dienst

    Die soziale Absicherung des Alters war einmal eine große Errungenschaft unseres Sozialstaats. Im 21. Jahrhundert droht dieser soziale Fortschritt unter die Räder zu kommen.

    Wer monatlich 2600 Euro brutto hat, muss heute mehr als 33 Jahre Vollzeit arbeiten, um später nicht auf dem Sozialamt zu landen. Da jede/r dritte sozial versicherte Beschäftigte aber weniger als 2500 Euro erhält, droht Millionen Menschen ein Alter in Armut. Die zu niedrigen Renten sind politisch gemacht. Der Ausbau des Niedriglohnsektors, die Förderung nicht sozialversicherter Arbeit und die Rentenpolitik der letzten anderthalb Jahrzehnte sorgen dafür, dass viele Beschäftigte künftig von ihrer Rente nicht mehr leben können. Die Rentenkürzungen waren nie alternativlos. Der Sozialstaat kann die Alterung der Gesellschaft auch ohne Leistungsabbau bewältigten.

    Die Gewerkschaften streiten für auskömmliche, möglichst den Lebensstandard sichernde Renten. Die anstehende weitere Senkung des Rentenniveaus muss verhindert werden. Zeiten der Arbeitslosigkeit, Kindererziehung und Pflege müssen rentensteigernd berücksichtigt werden. Gering entlohnte Erwerbsphasen müssen für die Rente aufgewertet werden. Wer aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten kann, darf nicht noch mit hohen Abschlägen bestraft werden. Die Rente muss mindestens so hoch sein, dass Menschen, die ihr Leben lang gearbeitet haben, nicht später zum Sozialamt müssen. Solche wirklichen Reformen würden auch künftig ein Altern in Würde ermöglichen.

    Mehr:  http://wipo.verdi.de/publikationen/++co++f17df79c-d17a-11e5-a4e0-525400ed87ba

    Im Hinblick auf diese Entwicklungen in der gesetzlichen Rentenversicherung steigt die Bedeutung der betrieblichen Altersversorgung. Für den Öffentlichen Dienst sind das die diversen Zusatzversorgungskassen bzw. die VBL, die Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder.

    Die kommunalen Arbeitgeber wollen genau diese Leistungen der Zusatzversorgung im Rahmen der anstehenden TVÖD Tarifrunde kürzen und somit die zukünftigen Betriebsrentenansprüche verschlechtern.

    In der 2015er TV-L Tarifrunde konnte diese Eingriffe ins Leistungsrecht bei der VBL durch ver.di verhindert werden:

    • VBL: Zusatzversorgung gesichert – Keine Eingriffe in das Leistungsrecht!

      Liebe Kolleginnen und Kollegen, zusammen mit dem Verhandlungsergebnis vom 28. März 2015 in der Entgeltrunde mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) haben wir auch eine Tarifeinigung zur Betriebsrente (Zusatzversorgung) bei der VBL erzielt.

      Die ca. 472.000 Tausend pflichtversicherten Beschäftigten bei den in der TdL zusammengeschlossenen Ländern haben auch weiterhin unverändert Anspruch auf die attraktive betriebliche Alters- und Hinterbliebenenversorgung bei der VBL!

      Diese Betriebsrente erhalten die Versicherten zusätzlich zu ihrer Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Sie basiert seit 2001 auf einem Modell, nach dem jährlich Versorgungspunkte ermittelt werden, die zwei wesentliche individuelle Komponenten berücksichtigen: Das Entgelt und das Alter der Beschäftigen im jeweiligen Versicherungsjahr.

      Den Versuch der Arbeitgeber, die steigenden Aufwendungen der VBL aufgrund der gestiegenen Lebenserwartung durch Eingriffe in das Leistungsrecht der Zusatzversorgung auszugleichen, haben wir erfolgreich abwehren können. https://bund-laender-nrw.verdi.de/tarif/zusatzversorgung-vbl-zvk/++co++3857f1d6-d884-11e4-8456-525400438ccf

    Wir werden weiter berichten. Klar ist aber auch, Tarifverträge fallen nicht vom Himmel, die Zusatzversorgung im Öffentlichen Dienst damit auch nicht.

    Mitmachen, engagieren und aktiv beteiligen sind hier die Stichwörter. Ein erster Schritt in die richtige Richtung: https://mitgliedwerden.verdi.de/