Fachbereich Bund + Länder NRW

    Droht im Öffentlichen Dienst eine Technikerlücke?

    Droht im Öffentlichen Dienst eine Technikerlücke?

    MTI ver.di MTI

    Hans-Böckler-Stiftung: WORKING PAPER / FORSCHUNGSFÖRDERUNG 

    Berufsbild staatlich geprüfter Techniker/innen im Öffentlichen Dienst

    Arbeitsmarktsituation und Gehaltsunterschiede

    Die deutsche Wirtschaft im Allgemeinen und der Öffentliche Dienst im Besonderen werden sich in den nächsten Jahren auf eine Arbeitsmarktsituation einzustellen haben, in der die Rekrutierung von gut ausgebildeten Fachkräften und Technikern bzw. Technikerinnen drastisch schwieriger werden wird. Diese Entwicklung hat vordergründig nicht unbedingt etwas mit den Arbeitsbedingungen im Öffentlichen Dienst zu tun, sondern ist eine Folge des demografischen Wandels. Eine quantitative Knappheit auf der Angebotsseite trifft mit erhöhtem Nachfolger- und Ersatzbedarf auf der Nachfrageseite zusammen. Es dürfte eine Technikerknappheit eintreten, die einen wichtigen Teil der öffentlichen Dienstleistungen für die Gesellschaft in Mitleidenschaft zu ziehen droht, weil „öffentliche Güter als Bausteine einer lebendigen Demokratie“ (Vogel 2015) eventuell nicht mehr ausreichend bereitgestellt werden könnten.   Mit dem demografischen Wandel kommen im nächsten Jahrzehnt die Kohorten der Babyboomer in das (vor-)rentenbezugsfähige Alter, was dazu führt, dass im Öffentlichen Dienst, aber auch in allen anderenBranchen die Ersatzrekrutierungszahlen bei ausscheidenden Technikern und Technikerinnen ansteigen werden. Zugleich entsteht im Zusammenhang mit der allerorten beklagten MINT-Lücke, also einer unzureichenden Ausbildungsbereitschaft von Personen nach dem Schulabgang in den naturwissenschaftlich-technischen Berufsausbildungsgängen, im Öffentlichen Dienst bei den Technikern und Technikerinnen eine Rekrutierungslücke, die sich durch die Arbeitsmarktkonkurrenz mit der freien Wirtschaft verschärft. Der Öffentliche Dienst zeichnet sich bekanntlich durch eine in der Regel geringere Gratifikationsstruktur und einen damit verbundenen Arbeitsmarktnachteil gegenüber der freien Wirtschaft aus, wo höhere Gratifikationen gewährt werden (können) (vgl. Dribbusch et al. 2014, S. 9). ...  

    Inhaltsverzeichnis:

      Ausgangssituation: Droht im Öffentlichen Dienst eine Technikerlücke? ....................................................................................... 4 1.1 Arbeitsmarktsituation und Gehaltsunterschiede ............................. 4 1.2 Qualifikationsprofile von Technikern und Technikerinnen und Anforderungen an eine demografieorientierte Personalpolitik in der Arbeitsforschung ............................................................................ 7 1.3 Methodik und empirische Grundlage der Technikerstudie ........... 10 2 Was zeichnet den Technikerberuf im Öffentlichen Dienst aus und wodurch sind die Arbeitsbedingungen geprägt? .................................... 11 2.1 Vielfältigkeit der Berufsprofile und Einsatzfelder von Technikern und Technikerinnen ......................................................... 11 2.2 Überlappende Verantwortungsbereiche zu den (zumeist vorgesetzten) Ingenieuren/Ingenieurinnen ......................................... 19 2.3 Attraktive Beschäftigungsbedingungen und Personalentwicklung im Öffentlichen Dienst für Techniker und Technikerinnen ................................................................................... 22 2.4 Kritische Barriere/Hürde „Haushaltsplanung“ im Öffentlichen Dienst ................................................................................................. 27 3 Resümee: Anlässe für eine vorausschauende Personalentwicklung .............................................................................. 37 4 Literatur ............................................................................................... 40   Quelle:

    http://www.boeckler.de/pdf/p_fofoe_WP_020_2016.pdf