Beamte

    DGB-Besoldungsreport 2018 - "Besoldungspolitik nach Kassenlage"

    DGB-Besoldungsreport 2018 - "Besoldungspolitik nach Kassenlage"

    Besoldungsreport 2018 Colourbox Besoldungsreport 2018

    Große Unterschiede zwischen den Bundesländern

    Gleiche Tätigkeit, anderes Bundesland: Das kann bei Beamtinnen und Beamten einen Unterschied von mehreren Tausend Euro im Jahr ausmachen. "Mit ihrer Besoldungspolitik nach Kassenlage nehmen Bund und Länder in Kauf, dass der öffentliche Dienst im Wettbewerb um Fachkräfte oft nicht mehr konkurrenzfähig ist", kritisiert DGB-Vize Elke Hannack.

    Mehrere Tausend Euro Differenz

    Wie viel ein Beamter oder eine Beamtin verdient hängt nicht nur davon ab, was sie machen, sondern auch davon, wo sie arbeiten. "Es ist nicht nachvollziehbar, dass zum Beispiel eine neuverbeamtete Justizvollzugsbeamtin in Berlin 12 Prozent weniger Gehalt bekommt als ihre vergleichbaren Kolleginnen und Kollegen in Bayern. Gleiches gilt für eine neuverbeamtete Lehrerin in Rheinland-Pfalz die im Jahr über 8.000 Euro brutto und damit 18,5 Prozent weniger erhält als eine neuverbeamtete Lehrerin in Bayern", kritisiert Elke Hannack, stellvertretende Vorsitzende des DGB, die großen Besoldungslücken.

    Länder gehen unterschiedliche Wege

    Anders als für Angestellte im öffentlichen Dienst können Gewerkschaften für Beamte keine Tarifverträge abschließen. Wer im Staatsdienst beschäftigt ist muss sich darauf verlassen, dass sein Dienstherr die Abschlüsse, die im öffentlichen Dienst erzielt wurden, entsprechend überträgt. Doch nicht alle Länder tun das eins zu eins - und nicht alle tun das sofort. Die Folge: Selbst innerhalb derselben Besoldungsgruppe gibt es zwischen den Bundesländern große Einkommensunterschiede. Das zeigt der aktuelle DGB-Besoldungsreport.

    Besoldungsreport 2018 DGB Besoldungsreport 2018

    Besoldungsreport 2018: Zahlen und Entwicklungen

    Der jährlich erscheinende Report stellt dar, welche Auswirkungen die Besoldungspolitik von Bund und Ländern hat. Dazu vergleicht er etwa die Jahresbruttobesoldung von verschiedenen Besoldungsgruppen beim Bund und in den verschiedenen Bundesländern. Ergebnis: In Bayern ist die Bezahlung top, in Berlin und dem Saarland sieht es nicht so gut aus. Das zeigt sich zum Beispiel bei einem Blick auf die Besoldungsgruppe 7.

    Öffentlicher Dienst im Wettbewerb um Fachkräfte "oft nicht mehr konkurrenzfähig"

    Die unterschiedliche Bezahlung wirkt sich nicht nur auf den Kontostand der Beamtinnen und Beamten aus, sondern auch auf die Leistungsfähigkeit des öffentlichen Dienstes generell. "Mit ihrer Besoldungspolitik nach Kassenlage nehmen Bund und Länder seit 2006 in Kauf, dass der öffentliche Dienst im Wettbewerb um Fachkräfte oft nicht mehr konkurrenzfähig ist" kritisiert die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack. "Gerade schlechter zahlende Länder haben zunehmend Schwierigkeiten, für ihren Öffentlichen Dienst neues, qualifiziertes Personal zu gewinnen. Die Bewerber streben eher in den Öffentlichen Dienst der besser zahlenden Dienstherren oder sie gehen in die Privatwirtschaft." Die Folge ist ein spürbarer Personalmangel.

    Gewerkschaften fordern langfristige Personalpolitik

    "Die Folge ist ein lückenhafter Öffentlicher Dienst, der seine Aufgaben nur noch schwerlich erfüllen kann", so Hannack weiter. "Die Gewerkschaften warnen seit Jahren davor und fordern eine langfristig angelegte Personalpolitik. Die ist bitter nötig, wenn in den nächsten 20 Jahren gut 57 Prozent der dort Beschäftigten in den Ruhestand gehen. Schon heute gibt es vielerorts einen flächendeckenden Personalmangel. Der Öffentliche Dienst darf nicht zum Flickenteppich werden."

    Quelle, Downloads und weitere Informationen: http://www.dgb.de/wieviel-verdienen-beamte-laender-besoldung-dgb-besoldungsreport-2018