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Beamte: Das "Sabbatjahr" wird immer beliebter

Beamte: Das "Sabbatjahr" wird immer beliebter

WAZ: Das „Sabbatjahr“ wird bei NRW-Beamten immer beliebter. 4075 Beschäftigte im öffentlichen Dienst haben in den letzten zwei Jahren nach dem Ansparen von Stunden eine meist einjährige Auszeit genommen – ein Anstieg um über 40 Prozent gegenüber den drei Jahren zuvor.

Mehr als 90 Prozent der „Auszeiter“ waren Lehrer, drei Viertel Frauen. Das geht aus einer dieser Redaktion vorliegenden Liste des Innenministeriums auf eine FDP-Anfrage hervor.   Landesbeamte in NRW können über bis zu sieben Jahre bei reduziertem Einkommen Teile der Arbeitszeit ansparen, um dann bis zu einem Jahr aus dem Job auszusteigen. Während das „Sabbatjahr“ im einfachen und mittleren Dienst wegen der Geldeinbußen meist kein Thema ist, befinden sich derzeit allein 3750 Pädagogen im Sabbatjahr. Daneben sind 177 Polizeibeamte und 93 Finanzbeamte in einer Freistellungsphase. Richter, Ingenieure und Mediziner im öffentlichen Dienst sind kaum betroffen.  

Familienphase oder auch längere Reisen

Gründe für ein Sabbatjahr sind die Familienphase, längere Reisen, die Fertigstellung einer Promotion oder die Abwendung einer Erschöpfung („Burn Out“). Fast die Hälfte der Auszeiten fällt ab dem 55. Lebensjahr an – mit 438 Nutzern stellen die 59-Jährigen die größte Gruppe. Landesweit gab es in den letzten zwei Jahren nur 15 Ablehnungen.

Der FDP-Abgeordnete Ralf Witzel warnte davor, angesichts der aktuell besonders starken Belastungen des öffentlichen Dienstes durch Flüchtlinge, die Funktionsfähigkeit des Staates zu gefährden. „Wenn Fachlehrer für den Unterricht, Steuerfahnder für Betriebsprüfungen oder polizeiliche Spezialisten fehlen, sollten Anträge häufiger abgelehnt werden“, sagte Witzel. Schließlich würden sogar pensionierte Lehrer und Polizisten aktuell reaktiviert.

Am häufigsten wird ein Sabbatjahr mit einer Gesamtlaufzeit (Anspar- und Freistellungsphase) von drei oder vier Jahren genutzt. Gesetzlich möglich ist es, sechs Jahre bei reduziertem Gehalt voll beschäftigt zu sein, um anschließend ein ganzes Jahr vom Dienst freigestellt zu werden. Statistisch hat jede zweite der rund 6000 öffentlichen Schulen in NRW mindestens einen Lehrer im Sabbatjahr.

Quelle: Das "Sabbatjahr" wird vor allem bei Lehrern immer beliebter | WAZ.de - Lesen Sie mehr auf: http://www.derwesten.de/politik/das-sabbatjahr-wird-vor-allem-bei-lehrern-immer-beliebter-id11391447.html#plx78709553  

Was man dazu wissen sollte: Sabbaticals im öffentlichen Dienst

AUSZEIT Für längere Zeit mal aus dem Berufsalltag aussteigen. Das muss kein Traum bleiben. Welche Möglichkeiten bestehen, was ist zu beachten und wie können Personalräte dieses Vorhaben unterstützen? Mehr: https://bund-laender-nrw.verdi.de/service/thema-sabbaticals