Bundesverkehrsverwaltung

Ausbildung in der WSV: Übernahme garantiert?!

Ausbildung in der WSV: Übernahme garantiert?!

Ausbildung bei der WSV ver.di Ausbildung bei der WSV

Wir erinnern uns: Marode Bauwerke und Schleusen und infolgedessen Gefahr, dass der Verkehrskollaps noch größer wird. Investitionsbedarf an allen Ecken und Enden. Was das mit dem Thema Ausbildung zu tun hat?

Nun, die WSV bildet in den unterschiedlichsten Berufen aus, so z.B. Bauzeicher/in, Informatikkaufmann/-frau, Verwaltungsfachangestellte/r, Vermessungstechniker/in, Binnenschiffer/in, Wasserbauer/in, Industriemechaniker/in, Feinwerkmechaniker/in, Elektroniker/in* usw. Nehmen wir hiervon nur mal zwei Berufsbilder heraus, die Verwaltungsfachangestellten und die Wasserbauer.

Die Verwaltungsfachangestellten:
Bereits seit Jahrzehnten bildet die WSV Verwaltungsfachangestellte aus. Dabei garantiert die WSV bei bestandener Abschlussprüfung eine befristete Weiterbeschäftigung für 2 Jahre mit einer Eingruppierung in die EG 5. Und hier fängt das ganze Dilemma an. Wir erinnern uns, ein ursprünglich gut gemeintes Angebot zur Vermeidung von Arbeitslosigkeit nach beendeter Ausbildung bei seinerzeit begrenzten Einstellungsmöglichkeiten und vorherrschend schlechter Arbeitsmarktlage wird heute noch genauso angewandt, allerdings bei stark veränderten Rahmenbedingungen. Denn mittlerweile wird vielfach, so z.B. bei etlichen kommunalen Arbeitgebern, durch altersbedingte Personalabgänge, teilweise händeringend, Personal gesucht. Und da dort darüber hinaus in vielen Fällen auch noch deutlich besser (EG 7-9) bezahlt wird, steht die WSV auf verlorenem Posten. Zumal dann, wenn potentielle andere Arbeitgeber auch noch eine unbefristete Stelle anbieten. So treffen die Ausschreibungen anderer Behörden bei den bei der WSV gut ausgebildeten Verwaltungsfachangestellten auf fruchtbaren Boden. All dies hat auch der zuständige Bundesminister offenkundig erkannt, wenn er in einem Schreiben an die Azubis davon spricht, welche „Bedeutung“ diese für die „künftige Aufgabenerledigung“ der WSV haben würden und man ihnen deshalb eine „konkrete Zukunftsperspektive“ bieten müsse. Nur beim WIE stellt sich die Frage „richtige Analyse, falsche Schlussfolgerung“?! Wie wird sich der „fertige“ Azubi wohl entscheiden, wenn er die Wahl zwischen einem auf zwei Jahre befristeten Job mit dem Versprechen auf ein „konkretes Angebot auf Übernahme in ein unbefristetes Beschäftigungsverhältnis“ innerhalb der „ersten 18 Monate“ und einem von vorneherein unbefristeten und möglicherweise auch noch besser dotierten Arbeitsplatz angeboten bekommt?

Nun ja…

Die Wasserbauer:
Bei der Ausbildung zum Wasserbauer handelt es sich, im Gegensatz zum Verwaltungsfachangestellten, um eine eigens für die WSV zugeschnittene Ausbildung, die nur von wenigen speziellen Firmen übernommen worden ist. Die Ausbildung zum Wasserbauer dauert drei Jahre und ist WSV-intern die Grundlage für Weiterbildungen in anderen Berufsbildern, so z.B. Bauaufseher, Taucher, Techniker, Meister oder Schichtleiter. Leider passiert es aber noch viel zu häufig, dass ausgebildete Wasserbauer von der WSV nicht übernommen werden. Und wenn sie doch übernommen werden, dann wieder nur für zunächst lediglich 2 Jahre. Nicht genug damit, dass man den jungen Kolleginnen und Kollegen, die mit Ihrer speziellen Ausbildung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur schwer Fuß fassen können, damit einen schwierigen Start ins Erwerbsleben beschert, man schadet letztlich auch sich selbst. Denn was passiert? Ein älterer Kollege geht in Rente. Anschließend wird die Stelle erst beantragt und mit etwas Glück kann sie dann ein Jahr später unbefristet „nach“besetzt werden. Allerdings ist der eigens ausgebildete, ehemalige Azubi, dann meist schon nicht mehr zu haben und es kommt ein externer Bewerber. Nix mit internen Kenntnissen und bestenfalls sogar noch Wissenstransfer durch den ausgeschiedenen Kollegen.

Was dies alles in letzter Konsequenz für die WSV bedeutet, ist klar: Vergrößerung des ohnehin vorhandenen Personalengpasses mit fortschreitender Belastung der vorhandenen Beschäftigten, Nichtausführung von Erhaltungs- und Neubaumaßnahmen und damit zunehmender Verfall der Substanz und weiter steigender Unterhaltungsaufwand.

Damit dürfte dann auch klar sein, was das Thema „marode Infrastruktur“ mit dem Thema „Ausbildung bei der WSV“ zu tun hat… Der Bedarf ist da und das Geld auch. Warum also werden die eigens ausgebildeten Kolleginnen und Kollegen dann nicht sofort in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen fragt sich…