Bundeswehr

    Bundeswehr hat Probleme, Krankheiten anzuerkennen

    Bundeswehr hat Probleme, Krankheiten anzuerkennen

    Immer mehr Soldaten und Veteranen der Bundeswehr haben Probleme bei der Anerkennung von Krankheiten als Folge von Auslandseinsätzen. Der Fall eines ehemaligen Bundeswehr-Offiziers aus Thüringen, der seit Jahren mit der Bundeswehr um die Kosten für medizinische und psychologische Behandlungen streitet, sei kein Einzelfall, bestätigten der Wehrbeauftragte des Bundestages und der Reservistenverband der Bundeswehr MDR THÜRINGEN auf Anfrage.

    Der Wehrbeauftragte Hans-Peter Bartels (SPD) sagte dem MDR, sein Büro registriere eine wachsende Zahl von Eingaben, in denen es um Probleme bei der Anerkennung von Verletzungen oder Erkrankungen als Wehrdienstbeschädigung (WDB) gehe. "Wir hatten im ganzen letzten Jahr 70 Eingaben, in diesem Jahr sind es schon 50", sagte er. Auch die Dauer dieser Verfahren sei viel zu lang. "Da muss mit mehr Personal nachgesteuert werden."

    Wehrbeauftragter sieht "Lücken im Betreuungsnetz"

    Bartels sagte weiter, die Bundeswehr müsse sich auch für jene Soldatinnen und Soldaten verantwortlich fühlen, bei denen gesundheitliche Folgen von Auslandseinsätzen erst Jahre nach ihrer Entlassung eintreten. "Man muss schon darauf achten, dass den Soldaten die Fürsorge ihres Dienstherren, des Staates, der sie geschickt hat, auch in jedem Fall zu Gute kommt", sagte Bartels.
    Bartels sagte weiter, die Bundeswehr und der Gesetzgeber hätten seit Beginn der Auslandseinsätze in den neunziger Jahren viel gelernt und das Betreuungsnetz für Betroffene stark ausgebaut. Allerdings gebe es noch Lücken. So seien im Bereich der psychiatrischen Betreuung Dienstposten nicht besetzt. Nötig seien auch kürzere Wartefristen bei Überweisungen in ambulante oder stationäre Behandlung. Hier dürfe sich die Bundeswehr auch nicht darauf herausreden, dass es im zivilen Bereich ebenfalls lange Wartezeiten gebe.

    Auch der Reservistenverband der Bundeswehr kritisiert die langen Anerkennungsverfahren bei Wehrdienstbeschädigungen. Eine Sprecherin des Verbandes sagte MDR THÜRINGEN, viele Betroffene hätten nicht die Geduld und das Geld, solche langen Verfahren durchzustehen. Zudem scheitere ein Großteil der Fälle daran, dass Betroffene den Zusammenhang zwischen Erkrankung und Dienstzeit nicht zweifelsfrei nachweisen könnten.

    Mehr: http://www.mdr.de/thueringen/mitte-west-thueringen/erfurt/wehrdienst-entschaedingungen-100.html