Bundeswehr

ver.di im Gespräch mit der Präsidentin des BAPersBw

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ver.di im Gespräch mit der Präsidentin des BAPersBw

v.l.n.r.: Michael Geifes (ver.di), Sabine Grohmann (Präsidentin BAPersBw), Markus Stratmann (ver.di) ver.di v.l.n.r.: Michael Geifes (ver.di), Sabine Grohmann (Präsidentin BAPersBw), Markus Stratmann (ver.di)

Im Frühjahr 2020 traf sich der ver.di-Landesarbeitskreis Bundeswehr mit der Präsidentin des Bundesamtes für das Personalmanagement der Bundeswehr (BAPersBw), Frau Sabine Grohmann, in Köln.

Das Gespräch fand im ersten Quartal 20 statt und stand ganz im Zeichen des gegenseitigen Kennenlernens und eines ersten gemeinsamen Austauschs. Im Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr empfing die seit Oktober 2018 amtierende Präsidentin, Frau Sabine Grohmann, den Personalrat beim BAPersBw und ver.di-Fachgruppenmitglied Michael Geifes sowie ver.di-Gewerkschaftssekretär Markus Stratmann, seit 1. Januar 2019 u.a. zuständig für den Bundeswehrbereich in NRW.

Das ca. einstündige Gespräch fand in offener und angenehmer Atmosphäre statt. Die Themenpalette umfasste u.a. aktuelle Umstrukturierungsmaßnahmen, die Themen Personalentwicklung und Versetzung von Bundeswehrbeschäftigten sowie Mitbestimmungsfragen und ganz allgemein zukünftige Herausforderungen der Bundeswehr.

 Alle Beteiligten waren einhellig der Meinung, dass die gute und konstruktive Zusammenarbeit der letzten Jahre auch in Zukunft fortgeführt werden solle.

In diesem Sinne sagte die Präsidentin den ver.di-Vertretern zu, ein besonderes Augenmerk auf die Frage der raschen Nachbesetzung von freien Dienstposten im Arbeitnehmerinnen- und Arbeitnehmerbereich zu legen. In diesem Bereich war es in der Vergangenheit immer wieder zu Problemen gekommen, weil Dienstposten nicht zügig nachbesetzt wurden. Sie zeigte sich offen für den Gedanken, Dienstposten für einen begrenzten Zeitraum doppelt zu besetzen, damit der Wissens- und Erfahrungstransfer in der Übergangsphase für den nachfolgenden Dienstposteninhaber optimal gestaltet werden könne. Dadurch könnten lange und unnötige Vakanzen verhindert werden und die Kontinuität von Verwaltungsabläufen ohne unnötigen Wissensverlust sichergestellt werden. Die Präsidenten machte keinen Hehl daraus, dass die Einsparungen im Verteidigungshaushalt über viele Jahre hinweg zu einem massiven Personal- und Strukturabbau geführt hätten, dessen Folgen heute deutlich spürbar seien. Die Abschaffung der Wehrpflicht im Jahr 2011 bildete einen vorläufigen Höhepunkt dieser Entwicklung. Insgesamt haben jahrelange Versäumnisse im Bereich Infrastruktur und Personalwesen die Probleme in vielen Bereichen, wie z.B. Ausbildung, Personalentwicklung und –qualifizierung, Personalgewinnung im zivilen wie im militärischen Bereich, aber auch im Beschaffungswesen so verhärtet, dass kurzfristige Lösungen kaum möglich erscheinen. Die Aufarbeitung brauche einfach Zeit, so die Präsidentin. Sie wolle hier im Rahmen ihrer Möglichkeiten positiv Einfluss nehmen.

Darüber hinaus wurde der perspektivische Zuwachs an Beamten gegenüber Tarifbeschäftigten thematisiert. Beide ver.di-Vertreter machten darauf aufmerksam, dass dies langfristig eine Schwächung gewerkschaftlicher Einflussmöglichkeiten bedeuten könnte.

Der ver.di-Arbeitskreis Bundeswehr in NRW dankt Frau Präsidentin Grohmann für den spannenden und informativen Austausch.