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Rund 70.000 unbezahlte Überstunden durch NRW-Landespersonal

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Rund 70.000 unbezahlte Überstunden durch NRW-Landespersonal

Uhren und gehetzte Menschen pixabay Unbezahlte Überstunden und Mehrarbeit

Rund 70.000 unbezahlte Überstunden durch NRW-Landespersonal

ver.di fordert Lebensarbeitszeitkonten und mehr Personal

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) weist darauf hin, dass das Land NRW seinen Beschäftigten im Jahr 2019 rund 70.000 geleistete Überstunden ersatzlos gestrichen hat und fordert zeitgleich Lebensarbeitszeitkonten sowie mehr Personal. Besonders eklatant sei das Problem in der Justiz. Dort hätten die Beschäftigten bereits mehr als 31.000 unbezahlte Überstunden geleistet.

Für die Gewerkschaft ver.di ist das nicht hinnehmbar: „Wir fordern den Arbeitgeber auf, Lebensarbeitszeitkonten einzurichten, statt geleistete Arbeitsstunden ersatzlos zu streichen“, erklärt Dirk Hansen, Landesfachbereichsleiter Bund und Länder, ver.di NRW. Durch Lebensarbeitszeitkonten könnten die geleisteten Arbeitsstunden angesammelt und beispielsweise für ein Sabbatjahr oder einen früheren Ausstieg aus dem Arbeitsleben genutzt werden. 

„Flexible Arbeitszeiten geben Beschäftigten Freiheiten, die auch gerne genutzt werden“, so Hansen weiter. „Das führt zur Zufriedenheit und Motivation." Gleichzeitig erleichterten sie es dem Arbeitgeber, die Aufgabenerfüllung auch in Zeiten von Personalengpässen zu sichern. Die Gewerkschaft ver.di erneuert in diesem Zusammenhang ihre grundsätzliche Forderung nach einer aufgabengerechten Personalausstattung in der Landesverwaltung: „Es kann nicht sein, dass die Landesverwaltung mit einer dauerhaften Unterbesetzung plant und die Beschäftigten unbezahlte Überstunden in Kauf nehmen müssen. Der Arbeitgeber Land muss auch in NRW für die Beschäftigten attraktiver werden“, mahnt Hansen. „Hierzu gehört ausreichendes Personal, eine bessere Bezahlung und mehr Wertschätzung den Beschäftigten gegenüber. Außerdem sind weitere Anreize, wie beispielsweise die Unterstützung von Pendlerinnen und Pendlern dringend erforderlich, um auch zukünftig qualifiziertes und motiviertes Personal zu gewinnen und zu halten.“ 

Die Gewerkschaft ver.di bezieht sich auf eine kleine Anfrage der SPD-Landtagsfraktion NRW zum Thema „Verfallene Zeitguthaben bei Beschäftigten der Landesverwaltung“ (Drs. 17/7032). In dieser sind die verfallenen Überstunden und bestehenden Zeitguthaben zum 31.05.2019 auf die Dienststelle genau ausgewiesen.
Bei der Auswertung der Zeitguthaben aus der kleinen Anfrage handelte es sich um Mindestangaben, da einige Dienststellen des Landes NRW keine Daten geliefert hätten.