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Weiter steigender Krankheitstand in der Landesverwaltung NRW

Allgemeine Landesverwaltung

Weiter steigender Krankheitstand in der Landesverwaltung NRW

Pillen und Fieberthermometer pixabay Zu hoch: Der Krankenstand in der Landesverwaltung

Weiter steigender Krankheitstand in der Landesverwaltung NRW

ver.di fordert mehr Personal und eine Ausrichtung der Digitalisierungsstrategie der Landesverwaltung auf "Gute Arbeit"

Die Landesregierung NRW hat den Gesundheitsbericht 2018 für ihre Landesverwaltung vorgelegt. Danach stiegen die Fehlzeiten aufgrund von Erkrankungen bei den rund 340.000 Beschäftigten im vergangenen Jahr von 7,24 Prozent auf 7,43 Prozent.

Der Negativ-Trend seit 2016 setzt sich damit weiter fort und betrifft alle Besoldungs- bzw. Entgeltgruppen: Im Vergleich zum Vorjahr ist der Krankenstand in den Laufbahngruppen, bzw. deren tariflichen Äquivalenten, 2.2, 2.1 und 1.2 (ehemals höhrer, gehobener und mittler Dienst) leicht angestiegen; in der Laufbahngruppe 1.1 (einfacher Dienst) ist er zwar leicht gesunken, bleibt mit 12,49% aber immer noch ein negativer Stpitzenwert unter allen Laufbahngruppen. Denn: Je niedriger ein Beamter oder Tarifbeschäftigter eingruppiert ist, desto größer sein Risiko länger an der Arbeit zu erkranken.

Die überdurchschnittlich hohe Krankheitsquote in der Landesverwaltung NRW liegt dabei nicht am höheren Durchschnittsalter der Beschäftigten im Vergleich zur Gesamtbevölkerung, denn die Krankenstände nehmen über alle Altersgruppen hinweg zu.

Die Verursacher*innen sind klar identifiziert: Die Mehrheit der Beschäftigten klagt über eine belastende Arbeitsorganisation und mangelnde Führung und Kommunikation. Beanspruchungen durch Multitasking, Arbeiten unter hohem Zeitdruck, der Umgang mit Computern und Telekommunikationsgeräten, Umstrukturierungs- bzw. Neuorganisationsmaßnahmen sowie Konflikte mit Bürger*innen belasten und machen krank. Wenn dann noch häufig Belastungen und Beanspruchungen durch ungünstiges Führungsverhalten, wenig durchdachte Arbeitsabläufe, Konflikte mit Kolleginnen und Kollegen zusammen kommen, versagt die Gesundheit.

Hier muss der Arbeitgeber und Dienstherr, die Landesregierung NRW, gegensteuern. Dazu gehört zum einen mehr Personal. Dienststellen müssen in die Lage versetzt werden, Stellen zügig ausschreiben und besetzen zu können, damit das bestehende Personal kurzfristig entlastet wird. Gleichzeitig muss die Digitalisierung der Landesverwaltung als derzeit größte Umstrukturierungsmaßnahme mit mehr Augenmaß betrieben werden. Hier müssen alle digitalen Arbeitsprozesse auf "Gute Arbeit" hin ausgerichtet werden. Nur wenn die Digitalisierung der Landesverwaltung zu Entlastung, einem besseren Betriebsklima sowie mehr Entwicklungsmöglichkeiten der Beschäftigten führt, ist sie ein Beitrag zum Gesundheitsschutz der Beschäftigten.