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Gesundheitsbericht und Haushalt: Auf dem Rücken der Beschäftigten

Gesundheitsbericht und Haushalt: Auf dem Rücken der Beschäftigten

Gesundheitsbericht vs. Haushalt Pixabay Gesundheitsbericht vs. Haushalt

Das Kabinett hat den Gesundheitsbericht der Landesregierung für das Jahr 2017 veröffentlicht. Demnach stieg der Krankenstand bei den rund 330.000 Beschäftigten der Landesverwaltung im vergangenen Jahr weiter von 7,16 auf 7,24 Prozent. Der Krankenstand der Landesbeschäftigten liegt deutlich über dem Durchschnitt aller Arbeitnehmer*innen in der Bundesrepublik, der im Vergleichszeitraum lediglich bei 4,1 Prozent lag.

Diese Entwicklung darf nicht verwundern und muss Anlass zur Sorge geben, denn die Beschäftigten des Landes sind insgesamt, aufgrund der völlig verfehlten Personalpolitik in den letzten Jahrzehnten, überdurchschnittlich alt. „Der Öffentliche Dienst wurde auf allen Ebenen personell kaputtgespart, mit immer spürbareren Auswirkungen, eben auch beim Thema Gesundheit“, berichtet Michael Kötzing, verantwortlich für den Fachbereich Bund und Länder in Nordrhein-Westfalen.

Arbeitsverdichtung und unbesetzte Stellen

Zusätzlich zur demografisch bedingten Arbeitsverdichtung kommen stetig neue Aufgaben und Anforderungen, z.B. durch neue gesetzliche Vorgaben aus Land, Bund und Europäischer Union, hinzu. „Auch unbesetzte Stellen spielen hierbei eine wichtige und spürbare Rolle, denn wer nur auf dem Papier da ist, erledigt real keine Aufgaben“, so Kötzing.

Zum Jahresanfang 2018 waren von den ca. 300.000 Planstellen rund 13.000 nicht besetzt. „Da nützt es auch nur bedingt neue Stellen zu schaffen, wenn diese real und auch zeitnah nicht besetzt werden können“, so Kötzing weiter. Rund 1,5 Milliarden Euro sparte die Landesregierung an nichtverausgabten Personalkosten allein im Jahr 2017. „Man darf also feststellen: wieder einmal erfolgt die Sanierung des Landeshaushaltes im Wesentlichen und im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Rücken der eigenen Beschäftigten.“

Konkurrenzfähigkeit und TV-L Entgeltordnung

Die Ursachen für diese außerordentlich hohe Anzahl an unbesetzten Stellen sind vielfältig, gerade mit Blick auf die unterschiedlichen Berufszweige. Eine in weiten Teilen nicht vorhandene Konkurrenzfähigkeit des Arbeitsgebers „Land NRW“ gehört auch zur Ergebnisanalyse.

„In diesem Zusammenhang ist es unverständlich und absolut kontraproduktiv, dass die Länderarbeitgeber die Tarifverhandlungen zur Aufwertung der TV-L Entgeltordnung mit ver.di, wegen den Streiks an einigen Unikliniken für eine bessere Personalausstattung in der Pflege, so lange und völlig unnötig verschleppt haben. Diese werden nun ab Ende Oktober fortgesetzt“, berichtet Kötzing.

Betriebliches Gesundheitsmanagement

"Wir begrüßen, dass inzwischen eine unserer Forderungen in diesem Zusammenhang aufgegriffen und eine neue und zentrale Stabstelle Landeskoordination Betriebliches Gesundheitsmanagement beim Innenministerium geschaffen wurden“, so der Fachbereichsleiter weiter. Praktische Ergebnisse liegen bisher nicht vor und auch die sozialpartnerschaftliche Expertise der Interessensvertretungen und ihrer Gewerkschaft ver.di scheint für die Landesregierung bislang keine Rolle zu spielen.

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