Land

Gesundheitsbericht 2019 - Außer Spesen nichts gewesen.

Allgemeine Landesverwaltung

Gesundheitsbericht 2019 - Außer Spesen nichts gewesen.

Arbeit darf nicht krank machen. pixabay Arbeit darf nicht krank machen.

Die Landesregierung veröffentlichte jüngst den Gesundheitsbericht 2019. In diesem werden die krankheitsbedingten Fehlzeiten der Beschäftigten der Landesverwaltung für das Jahr 2019 ausgewertet. ver.di kritisiert den Bericht als wenig aussagekräftig.

Gegenüber den Berichten aus den Vorjahren sind die Veränderungen nur geringfügig. Der Krankheitsstand in der Landesverwaltung NRW bleibt mit 4,87 Millionen krankheitsbedingten Ausfalltagen deutlich zu hoch. Dies zeigt sich auch beim Krankenstand der attestpflichtigen Tage (> 3 Tage) im Vergleich zur Gesamtbeschäftigtenzahl: In der Landesverwaltung NRW bleiben diese krankheitsbedingten Fehltage konstant oberhalb der Gesamtheit aller gesetzlich Krankenversicherten (5,66% gegenüber 4,2%).

Untere Entgeltgruppen sind einem doppelten Risiko ausgesetzt: Sie erkranken überdurchschnittlich oft und fallen auch länger aus, als die oberen Laufbahngruppen. Beträgt die Krankenquote in der Laufbahngruppe 1.2. drastische 9,93%, entspricht sie in der Laufbahngruppe 2.2. nur 4,1%. Je höher die Laufbahngruppe, desto niedriger ist der Krankenstand. Auch dies ist schon aus den Vorberichten bekannt - eine Benennung der Ursachen und konkrete Gegenmaßnahmen zur Reduzierung der krankheitsbedingten Fehltage sucht man im Gesundheitsbericht 2019 vergeblich.

Stattdessen setzt die Landesregierung NRW auf das Prinzip Hoffnung. Die gegenüber der Gesamtheit aller Versicherten höheren Krankenstände werden mit der höheren Altersstruktur der Beschäftigten erklärt. Ein wenig tragfähiges Argument. Denn auch in den Beschäftigtengruppen der Landesverwaltung NRW bis 36 Jahren und im Alter von 36 bis 45 Jahren liegen die krankheitsbedingten Ausfallzeiten oberhalb der jeweiligen Altersgruppen in der Gesamtheit aller Versicherten, wie ein Vergleich mit dem DAK-Gesundheitsbericht 2019 zeigt. 

Der Gesundheitsbericht 2019 macht deutlich, dass die Landesregierung NRW in Sachen Gesundheitsschutz der Beschäftigten ein weiteres Jahr ungenutzt hat verstreichen lassen. Es verfestigt sich der Eindruck, dass Gesundheitsschutz der Beschäftigten vom Arbeitgeber und Dienstherrn Land NRW nur als lästige Pflichtübung verstanden wird. Wertschätzung der Beschäftigten und die Erfüllung der arbeitgeberseitigen bzw. Fürsorgepflicht des Dienstherrn sehen anders aus.

 ver.di fordert die Implementierung eines schlüssigen und gut ausgestatten betrieblichen Gesundheitsmanagements in der Landesverwaltung NRW. Zudem muss die weit überdurchschnittliche Arbeitsbelastung endlich abgebaut werden: Dazu gehören nicht zuletzt eine angemessene Aufgabenkritik und deutlich attraktivere Arbeitsbedingungen, damit freie Stellen in der Landesverwaltung NRW endlich besetzt werden können.

 

Du möchtest Deine Arbeitsbedingungen aktiv mitgestalten? Dann werde Teil der starken Interessenvertretung der Mitarbeiter*innen der Landesverwaltung NRW - jetzt ver.di-Mitglied werden.