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Arbeitgeber Land NRW verabschiedet sich vom Grundsatz gleiche …

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Arbeitgeber Land NRW verabschiedet sich vom Grundsatz gleiche Arbeit auch gleich zu bezahlen.

Allgemeine Landesverwaltung pixabay Darf nicht vom Zufall abhängig sein: Bezahlung beim Land NRW

Arbeitgeber Land NRW verabschiedet sich vom Grundsatz gleiche Arbeit auch gleich zu bezahlen.

Der Arbeitgeber Land NRW behält sich vor, die Arbeitsleistung von Beschäftigten in der IT und Ingenieuren künftig ungleich zu bezahlen. ver.di kritisiert dies scharf.

Möglich macht dies eine neue Richtlinie des Arbeitgeberverbandes „Tarifgemeinschaft der Länder“, wonach künftig im Einzelfall IT-Beschäftigte und Ingenieure eine Zulage von bis zu 1000 Euro monatlich erhalten können.

Was den Arbeitgebern dabei besonders wichtig ist: Von dieser Zulage sollen nicht alle IT-Beschäftigten und Ingenieure profitieren. Eine pauschale Auszahlung ist ausgeschlossen. Die Zulage soll ausdrücklich nur in „begründeten Einzelfällen“ gezahlt werden.

Ein "begründeter Einzelfall" ist nur dann gegeben, wenn der Beschäftigte ansonsten sein Arbeitsverhältnis beendet oder der Personalbedarf bei Neueinstellungen anders qualitativ oder quantitativ nicht abgedeckt werden kann.

Künftig entscheidet bei Ingenieuren und IT-Kräften im Landesdienst also nicht die Arbeitsleistung, Fachkenntnisse oder Berufserfahrung über die eigene Vergütung, sondern der Einstiegszeitpunkt ins Arbeitsverhältnis und die Frage, ob man dem Arbeitgeber Land NRW den Rücken kehren will, oder nicht.

Bestraft werden damit all jene IT-Kräfte und Ingenieure die dem Arbeitgeber Land NRW in den vergangenen Jahren, trotz steigender Anforderungen, hoher Arbeitsbelastung und gegenüber der Privatwirtschaft deutlich geringerer Vergütung, die Treue gehalten haben. Für die Gewerkschaft ver.di ein handfester Skandal!

Denn Gewinner*innen gibt es durch den Strategiewechsel des Arbeitgebers keine: Wer die Zulage erhält, der erhält sie nicht auf Dauer. Der Arbeitgeber hat die Maßnahme befristet. Ebenso einseitig wie die Zulage gewährt wird, wird sie vom Arbeitgeber auch wieder entzogen.

Die Gewerkschaft ver.di weist daraufhin, dass der Arbeitgeber die sich daraus ergebenden Ungerechtigkeiten selbst zu verantworten hat. Einen positiven Gestaltungsspielraum für Personalräte gebe es hier aufgrund der einseitigen Arbeitgebermaßnahme und der damit verbundenen restriktiven Rahmenbedingungen nicht. Wenn der Arbeitgeber den Pfad der Fairness verlässt, kann er nicht verlangen, dass sich die Personalräte dafür in Mithaftung nehmen lassen.

Noch in der Tarifrunde der Länder 2019 hatte ver.di dem Arbeitgeber angeboten, die Tarifentgelte für IT-Berufe und Ingenieure deutlich zu steigern. Profitiert hätten von dieser tarifvertraglichen Regelung alle IT-Beschäftigten und Ingenieure. Doch dieses Angebot lehnte der Arbeitgeber mit der Begründung ab, dies sei nicht erforderlich, da man keinerlei Personalgewinnungsprobleme habe und alle Aufgaben erfüllen könne.

Nun wird deutlich: Der Arbeitgeber Land NRW ist nicht länger gewillt IT-Kräfte und Ingenieure ausschließlich nach dem tarifvertraglichen Grundsatz „Gleiches Geld für Gleiche Arbeit!“ zu bezahlen.

Dies zeigt: Die Ziele des Arbeitgeber Land NRW sind nicht die Ziele der Beschäftigten. Beschäftigte können nicht länger darauf hoffen, dass der Arbeitgeber Land NRW aus Eigeninitiative alle Beschäftigten marktüblich oder überhaupt fair bezahlt und Leistung anerkennt. Denn statt Fairness steht für den Arbeitgeber Land NRW offenbar das Motto „Geiz ist geil“ im Vordergrund.

Ingenieure und IT-Kräfte, die ihre Bezahlung nicht dem Zufall oder dem Interesse des Arbeitgebers überlassen wollen, müssen ihre Interessen nach fairer und marktüblicher Bezahlung gemeinsam durchsetzen. Der beste Ort dafür ist die Gewerkschaft ver.di als die Interessenvertretung aller Landesbeschäftigten.

Deshalb: Mach stark was Dich stark macht: Jetzt ver.di-Mitglied werden!