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Behördliches Gesundheitsmanagement: Stabstelle legt Gutachten …

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Behördliches Gesundheitsmanagement: Stabstelle legt Gutachten vor.

Behördliches Gesundheitsmanagement: Stabstelle legt Gutachten vor.

Die Stabstelle Landeskoordination Betriebliches Gesundheitsmanagement beim Innenministerium NRW hat ein Gutachten zur Festlegung von Standards für das behördliche Gesundheitsmanagement (BGM) vorgelegt. Auf mehr als 145 Seiten stellen die beauftragten Wissenschaftler*innen neben Grundlagen zum Thema auch klare Anforderungen für ein erfolgreiches BGM in der Landesverwaltung NRW dar. Für die Autor*innen ist ein gelungenes BGM nicht nur daran zu messen, ob es gelinge, Fehlzeiten zu reduzieren sondern es müsse darum gehen, das Arbeitsklima zu verbessern, Überlastung und psychische Erschöpfung gar nicht erst entstehen zu lassen und die Arbeits- und Lebensqualität der Beschäftigten zu fördern.

Dafür schlagen sie eine Reihe von Standards vor:

  • Die Behördenleitung muss die Verantwortung für das BGM tragen und über eine entsprechende Qualifizierung verfügen.
  • Die Grundsätze guter und gesunder Führung müssen von allen Führungskräften beachtet werden.
  • Die Zusammenarbeit mit der Personalvertretung sollte über das gesetzlich notwendige Maß hinausgehen und von der Behördenleitung konstruktiv begleitet werden.
  • Gemeinsam mit den Personalräten muss die genaue Umsetzung durch Dienstvereinbarungen geregelt werden. 
  • Durch die obersten Landesbehörden ist das in § 76 LBG NRW festgeschriebene Rahmenkonzept für das Gesundheitsmanagement vorzulegen.
  • Für die Umsetzung des BGM müssen in den Behörden eigene Stellen(anteile) geschaffen werden.
  • Jede Behörde sollte über ein eigenes Budget verfügen, mit dem sie einzelne Maßnahmen finanzieren kann. Die Wissenschaftler*innen rechnen hierbei mit 30 bis 40 Euro pro Beschäftigten.
  • In jeder Behörde ist ein eigener Raum für Sport, Bewegung und Entspannung, der die Durchführung von Kursen mit 10 bis 15 Teilnehmer*innen ermöglicht, zu schaffen.
  • Die Angebote des BGM sollen den Beschäftigten auch während der Dienstzeit zur Verfügung stehen. 
  • Die nach § 5 ArbSchG erforderliche Gefährdungsbeurteilung zu psychischen Belastungen muss flächendeckend umgesetzt werden.
  • Einrichtung eines BGM-Gremiums in jeder Behörde, an dem u.a. die Behördenleitung, Personalrat, Gleichstellungs- und Schwerbehindertenvertretung sowie die Zentralabteilung und Personalentwicklung teilnehmen.
  • Regelmäßige Evaluation und Weiterentwicklung der BGM-Maßnahmen.

ver.di fordert die Landesregierung auf, bei der weiteren Umsetzung des behördlichen Gesundheitsmanagements nicht hinter die Anforderungen der Wissenschaftler*innen zurückzufallen. Das Land NRW hat eine besondere Verantwortung für die Gesundheit und das Wohlbefinden seiner Beschäftigten.