Arbeit, Gesundheit, Soziales

Arbeitsschutz: ver.di fordert Taten statt Worte

Arbeitsschutzverwaltung

Arbeitsschutz: ver.di fordert Taten statt Worte

Der Schriftzug "Sicher" pixabay ver.di - Die Gewerkschaft für den Arbeitsschutz

ver.di fordert Taten statt Worte

Unseren Vertrauensleuten aus der Arbeitsschutzverwaltung NRW bei den Bezirksregierungen liegen schriftliche Informationen aus dem Intranet der Bezirksregierung Köln vor, wonach das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales „Überlegungen anstelle“, den Arbeitsschutz in NRW neu zu organisieren und hierzu ggfs. schon bis zum Ende der Herbstferien hausintern zu entscheiden.

Der Arbeitsschutz „könnte“ künftig aus den Bezirksregierungen herausgelöst, zentralisiert und zur Steuerung und Führung aus dem Ministerium heraus – in einen eigenen Fachstrang mit Stärkung des Landesinstitutes für Arbeitsschutz überführt werden. Herr Minister Laumann hat sich diesbzgl. ähnlich positioniert und möchte künftig bei kurzfristigen Entscheidungen über den landesweiten Einsatz von Beamten der ASV im Pandemiefall nicht mit 5 Regierungspräsidentinnen und Regierungspräsidenten und seinem Abteilungsleiter beraten und entscheiden wollen.

Soweit die uns vorliegenden Ankündigungen.

Aus gewerkschaftlicher Sicht ist in diesen Zeiten eines besonders wichtig. Der Schutz unserer Kolleginnen und Kollegen, die in den letzten Monaten unter Einsatz ihrer Gesundheit alles gegeben haben. Die psychischen Belastungen (Überstunden, die in der Summe im hohen vierstelligen Bereich liegen; 3-mal wöchentlich zum Coronatest) haben ein kaum zu überbietendes Ausmaß erreicht. Viele Kolleginnen und Kollegen sind völlig erschöpft und am Anschlag. Die Einsätze in der Fleischindustrie haben die Kolleginnen und Kollegen aus Überzeugung, mit großem Mut und enormen Idealismus gemeinsam gemacht.

Nun diese Diskussionen zu organisatorischen Änderungen. Die Beschäftigten, die wirklich Großes leisten, haben eines besonders verdient. Rückhalt in der Politik, der sie vertrauen können und die Ihnen den Rücken stärkt und vor allem Entlastung schafft und zwar schnell. Die Pandemie zeigt in der ASV eines besonders deutlich. Personalmangel, der über Jahre immer mit Aufgabenkritik, Organisationsänderungen und Leistungsverdichtung einherging. ver.di fordert daher deutlich mehr Personal.

Die vom MAGS angekündigten 119 neuen Stellen lassen immer noch auf sich warten.

Die vielen neuen Aufgaben haben wir aber schon bekommen (Strahlenschutz, Mutterschutz, Chemikaliensicherheit usw.) und mit Corona sind noch mehr dazu gekommen. Und nun noch weitere Erschwernisse durch landesweite Einsätze und Organisationsänderungen bzw. mögliche Dienststellenauflösungen.

 ver.di unterstützt eine schnelle, flexible und digitale Verwaltung zu Wohle der Arbeitnehmer*innen in NRW und fordert daher:

  •  kein Aufgabenzuwachs ohne entsprechendes Personal
  • eine schnelle Aufgabenkritik mit Abgabe von Aufgaben ohne Personal an den Verbraucherschutz bzw. Umweltschutz
  • keine Leistungsverdichtung durch häufige landesweite Einsätze
  • keine langen Anfahrtszeiten zu zentralen Dienststellen
  • Erhalt der jetzigen Standorte in der Fläche
  • Ausbildung und Qualifizierung von mehr Führungskräften in der ASV
  • mehr Unterstützungskräfte in der ASV (Entlastung beim Telefondienst und bei administrativen Aufgaben schafft mehr Außendienst)
  • deutlich mehr Neueinstellungen vor 2026 zur Einhaltung der aktiven Besichtigungsquote von 5 Prozent lt. Arbeits- und Sozialministerkonferenzbeschluss (jährlich 50 Anwärter*innen bis 2024) in der ASV
  • Erhalt und Ausbau der mobilen Arbeit
  • Eine bessere IT-Ausstattung durch außendienstfähige Laptops und Mobiltelefone.

Die ver.di-Vertrauensleute in der Arbeitsschutzverwaltung NRW

 

Du willst Deinen Arbeitsbedingungen aktiv mitgestalten? Dann werde Teil einer starken Interessenvertretung: ver.di - die Gewerkschaft für den Arbeitsschutz.