Finanzverwaltung

    Erbschaftssteuer: Skandalöse Reichtumspflege

    Erbschaftssteuer: Skandalöse Reichtumspflege

    Steuer ver.di Erbschaftssteuer

    Eine gigantische Welle großer Erbschaften und Schenkungen rollt über unser Land. Jedes Jahr werden 200 bis 300 Milliarden Euro weitergegeben. Der große Vermögenstransfer verläuft nach dem Matthäus-Prinzip: Wer hat, dem wird gegeben. Acht Prozent der Bevölkerung bekommen zwei Fünftel des zu vererbenden Vermögens. Jede/r Zweite geht leer aus. Damit verschärfen Erbschaften die soziale Spaltung. Die Politik fördert die vererbte Ungleichheit. In der Steueroase Deutschland zahlen Erben im Schnitt nur sieben Prozent Steuern, sofern sie überhaupt über den Freibeträgen liegen. Verantwortlich dafür ist die weitgehende Verschonung von Betriebsvermögen. Jetzt hätte die große Chance bestanden, diese Reichtumspflege einzuschränken.

    Das Verfassungsgericht hat gefordert, die Erbschaftsbesteuerung neu zu regeln. Die großeKoalition will jedoch Firmenerben weiter schonen. Besonders Horst Seehofer will auch die superreichen Firmenerben von der Steuer befreien. Jetzt einigten sich Schäuble, Seehofer und Gabriel: Nur die Erben sehr großer Unternehmensvermögen – ab 26 Millionen Euro – sollen Erbschaftsteuer zahlen. Und auch dann nur niedrige, langsam steigende Steuersätze.

    Das neue schwarz-rote Steuergeschenk ist eine Kapitulationserklärung vor der Macht und dem Einfluss reicher Firmenerben. Wer der Konzentration privaten Reichtums derart tatenlos zusieht kann sich die Sonntagsreden über Chancengleichheit und soziale Gerechtigkeit künftig sparen.

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