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Corona: Wie gehen die Gesellschaft und die Finanzverwaltung damit …

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Corona: Wie gehen die Gesellschaft und die Finanzverwaltung damit um?

Eine Person wäscht sich die Hände pixabay Hilft gegen COVID-19: Hände waschen.

Corona – wie geht die Gesellschaft und die Finanzverwaltung damit um?

Fast ein Monat ist es her, da wurde die erste Infektion in Deutschland festgestellt. Wie hat sich die Lage weltweit seither verändert!
Eine Pandemie, eine Krise mit einem Ausmaß und mit Folgen, die wir noch nie erlebt haben und die schwer einzuschätzen waren und sind. Sie trifft jeden Menschen. Und was macht sie mit den Menschen, wenn plötzlich die alltäglichsten und kleinsten Gewohnheiten tabu sind? Sie verunsichert und lässt uns mit ernsthafter Sorge auf unsere Gesundheit und unsere finanzielle Lage in die Zukunft blicken. Wie wird es weiter gehen? Das Wichtigste und Vorrangigste im Moment ist die Gesundheitsvorsorge: Wie schaffen wir es einen jeden vor einer Infektion zu schützen?

Was passiert mit Menschen, die sich infiziert haben und voller Sorge sind, das Virus weiter verbreitet zu haben? Wie fühlen sich die, die isoliert in Quarantäne stehen und im Ungewissen sind? Wie geht es denen, mit kleinen Kindern oder mit pflegebedürftigen Angehörigen? Wie den Kolleginnen und Kollegen mit weiteren Erkrankungen? Das Ausmaß der individuellen Probleme und Sorgen lässt sich gar nicht erfassen. Da hilft nur, wenn wir uns alle gegenseitig unterstützen, Mut machen, Verständnis zeigen und nicht zuletzt uns mit humorvollen Filmchen durch den veränderten Alltag tragen.

Gerade für die Leistungsfähigkeit unseres Gesundheitssystems ist es unerlässlich, dass die Menschen sich an die Beschränkungen halten. Haltet Abstand! In Krankenhäusern und in der Pflege arbeiten Beschäftigte über ihre Grenzen hinaus. Wir danken diesen Kolleginnen und Kollegen, ebenso in anderen wichtigen Bereichen. ver.di macht ihren politischen Einfluss geltend, dass durch
unterstützende Maßnahmen der Politik möglichst kein Arbeitsplatz verloren geht. Die ver.di Geschäftsstellen schaffen Möglichkeiten, damit organisierte Kolleginnen und Kollegen mit ihren Anliegen zu Arbeitsschutz und Kurzarbeit Beratungen erhalten. Es ist uns wichtig, solidarisch zu sein.

Auch die Finanzverwaltung steckt in einer riesigen Herausforderung. Unbürokratische Kreativität aber auch klare Leitlinien sind gefragt. Auch hier danken wir den Dienststellenleitungen und Geschäftsstellen, die beherzt und sehr vorrausschauend ungewöhnliche organisatorische Maßnahmen ergriffen haben, und den Kolleginnen und Kollegen, die anderen helfen, insbesondere denen, die durch persönliche Umstände besonders von der Situation betroffen sind. Auch in den Oberbehörden versuchen die Kolleginnen und Kollegen, den Beschäftigten Hilfen zu ermöglichen. Dies zeigt sich beispielhaft an der vorübergehenden Ausweitung und schnellen Ausstattung der mobilen Arbeitsplätze. Vielen Dank dafür! Das nicht alles rund läuft, ist verständlich, zu ungewöhnlich ist die Situation.

Es ist klar, dass in einer solchen Situation manche Information verloren geht. Doch anderseits sind in Zeiten von Verunsicherung Informationen wichtig.

Wie beschrieben ist es wichtig, dass in einem Wirtschaftsgipfel Entscheidungen für einen NRW Rettungsschirm getroffen werden, und dass auch die Finanzverwaltung mit Maßnahmen den Bürgerinnen und Bürgern hilft. Nun hat sich der Minister endlich in einem Schreiben an die eigenen Beschäftigten gewandt. Gut, dass nun die Finanzverwaltung doch zur kritischen Infrastruktur gezählt wird, und sich so Betreuungsmöglichkeiten für Kinder verbessern.

Die ver.di Fachkommission hat bereits am Mittwoch die Verwaltungsspitze angeschrieben und auf die Sonderurlaubsregelung des § 34 FrUrlV NRW aus besonderen Gründen hingewiesen. Diese Vorschrift eröffnet neben der in dem Arbeitspapier der OFD genannten Regelung des § 33 Abs. 1 Nr. 8 FrUrlV NRW (3 Tage aus persönlichen Gründen) weitergehende Beurlaubungen bei voller
Besoldung. Auch für Regierungsbeschäftigte muss eine entsprechende Ausweitung der Beurlaubung erfolgen. Hieran ändert die Klassifizierung als kritische Infrastruktur nichts. Ebenso Personen, die keinen heimarbeitsfähigen Arbeitsplatz haben, muss geholfen werden, damit sie nicht ständig pendeln müssen.

Nur wenn wir uns gesund erhalten, können wir den Bürgerinnen und Bürgern helfen. Daher muss dies im Vordergrund stehen. Es besteht ein dienstliches Interesse dahingehend, dass die Verbreitung des Virus verlangsamt wird und nicht zu einem hohen und langwierigen Krankenstand in der Verwaltung führt. Hier muss der Dienstherr den Beschäftigten mehr entgegenkommen. Bedarfsgerechte Lösungen müssen gefunden werden. Insbesondere, dass aber Schwerbehinderte und damit auch oftmals besonders gefährdete Personen ihren Sonderurlaub einsetzen sollen, lässt eine Solidarität vermissen.

Ständig ändern sich die Herausforderungen. Nun gilt es, Vorkehrungen zu treffen, falls eine bundesweite Ausgangssperre beschlossen wird. Weitere Desinfektionsmittel und Einmalhandschuhe müssen beschafft werden. Wir wünschen allen Kolleginnen und Kollegen und ihren Angehörigen und insbesondere aus der Region Heinsberg, dass sie gesund bleiben, oder schnell wieder gesunden. Habt Geduld, unterstützt euch gegenseitig, nehmt Rücksicht, haltet Abstand. Auch wenn die akute Lage vielleicht noch lange anhält, was niemand hofft, aber auch wenn sie sich entspannt: Greift denen unter die Armen, die in dieser Ausnahmesituation nicht mit voller Kraft ihrer Arbeit nachgehen können. Dies nimmt denen den Druck, die besondere Hilfe benötigen. Zusammenhalt ist gefragt! Nicht nur in unserer Gesellschaft, sondern auch in unserer Verwaltung, Herr Minister.