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    Justiz: Aktuelles Urteil zu Tätowierungen

    Justiz: Aktuelles Urteil zu Tätowierungen

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    Gericht erlaubt große Tattoos bei Polizisten. Ein junger Mann, der auf seinem Unterarm eine Löwenkopf-Tätowierung trägt, muss zum Auswahlverfahren für den gehobenen Polizeidienst zugelassen werden. Das zuständige Landesamt hatte darin zuvor einen „absoluten Eignungsmangel“ gesehen.

    Allein die Größe eines Tattoos ist kein Einstellungshindernis für den Polizeidienst. Das hat das Verwaltungsgericht Düsseldorf entschieden. Mit dem kürzlich veröffentlichten Beschluss wird das Land Nordrhein-Westfalen im Eilverfahren verpflichtet, einen jungen Mann, der auf der Innenseite seines linken Unterarms eine großflächige Löwenkopf-Tätowierung trägt, zum Auswahlverfahren für den gehobenen Polizeidienst zuzulassen.

    Folgen: Das zuständige Landesamt hatte den Bewerber zurückgewiesen und sich auf einen Erlass des Innenministeriums berufen, wonach großflächige Tattoos, die beim Tragen der Polizei-Sommeruniform erkennbar wären, einen „absoluten Eignungsmangel“ darstellen. Laut Erlass beeinträchtigen solche Tätowierungen die Legitimation und Autorität von Polizisten. Das Verwaltungsgericht hielt das für rechtswidrig.

    Für einen Eignungsmangel reiche es nicht aus, dass Teile der Bevölkerung großflächige Tätowierungen für unpassend oder unästhetisch hielten. Zudem deute die augenfällige Zunahme von Tätowierungen gerade an den Armen eher auf einen gesellschaftlichen Wandel hin. Die Ablehnung eines Bewerbers etwa wegen gewaltverherrlichender Motive sei weiterhin zulässig. (Aktenzeichen 2L 3279/17).

    Welche Auswirkungen hat dieses Urteil nun für das (offene?) Tragen von Taattos in publikumswirksamen Bereichen und im Sicherheits- und Ordnungsdienst bzw. im Justiz-Vollzug? Ein "gesellschaftlicher Wandel" findet ja nunmal nicht nur bei der Polizei statt. Gute Frage, finden wir auch! Unsere ver.di-Vertreter/innen in beiden Hauptpersonalräten werden dies dort mit dem Justizminister thematisieren. Wir werden weiter berichten ...

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