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Arbeits- und Ausbildungsbedingungen attraktiver machen, statt …

Justizvollzug

Arbeits- und Ausbildungsbedingungen attraktiver machen, statt einer Werbekampagne!

Werbekampagne Pixabay Werbekampagne

Arbeits- und Ausbildungsbedingungen attraktiver machen, statt einer Werbekampagne!

"Wir sorgen uns um die Sicherheit der Menschen im Land", verspricht der Justizminister Peter Biesenbach. "Wir haben bereits 1137 neue Stellen geschaffen. Leider können wir viele Stellen nicht besetzen, weil bei vielen Bewerbern die fachlichen Qualifikationen fehlen. Derzeit sind allein im Vollzugsdienst über 400 Stellen offen", erläutert der Justizminister jüngst auf einer CDU-Jubilarehrung. Deswegen starte das Justizministerium jetzt auch eine Werbekampagne, um Menschen von den Vorzügen im Landesdienst bzw. der Justiz zu überzeugen.

Alternativ könnte die Landesregierung beispielweise auch die Ausbildung im Justizvollzug attraktiver machen! ver.di fordert schon lange die dauerhafte Gewährung des Sonderzuschlages und die Erhöhung auf 90 Prozent des Anwärtergrundbetrages. Bei den Berufsfeuerwehren in den NRW Kommunen konnten Personalengpässe über solche Maßnahmen spürbar verbessert werden. Übrigens von ver.di im Zuge der letzten Dienstrechtsanpassungen durchgesetzt. Das Justizministerium hat uns dazu aktuell aber leider mitgeteilt, dass es sich gegenüber dem Finanzministerium erneut dafür ausgesprochen hat, den Anwärter/innen des Einstellungsjahrganges 2019 für die gesamte Dauer der Ausbildung einen Anwärtersonderzuschlag in bisheriger Höhe von nur 50 % des Grundbetrages zu zahlen.

Alternativ könnte die Landesregierung sich aktiv für bessere Einkommensbedingungen stark machen! Die anstehende Tarif- und Besoldungsrunde zwischen ver.di und den Ländern bietet dafür eine gute Gelegenheit. Zur ver.di Forderung nach 6 %, mindestens 200 Euro, meinen die Arbeitgeber jedoch: „Eine solche Lohnerhöhung bei einer Inflationsrate von um die 2 % ist völlig überzogen. Auch wenn die Steuereinnahmen noch stabil sind, gibt es doch erste Anzeichen eines Abschwungs. Hinzu kommen Handelskonflikte auf internationaler Ebene, die gerade das Exportland Deutschland unverhältnismäßig stark treffen könnten. Die Länder befänden sich weiter im Prozess der Haushaltskonsolidierung und dieser dürfe nicht durch übertrieben hohe Lohnabschlüsse gefährdet werden.“

Eine weitere Alternative könnte die Schaffung von günstigem Wohnraum für die eigenen Beschäftigten sein. Aber auch hier wird regelmäßig Wohnraum an den Anstalten reduziert, mit teilweise erheblichen Folgen für die betroffenen Kolleginnen und Kollegen.

Alternativ könnte das Justizministerium für gute und gesunde Arbeitsbedingungen sorgen! Auch im Justizvollzug sind die Themen Schicht- bzw. Nachtarbeit eine große Baustelle. Immer mehr Kollegen/innen beklagen gesundheitliche Probleme durch die hohe Anzahl der Nachtschichten in Folge. Sieben Nächte in Folge sind bis auf wenige Ausnahmen die Regel, hier schlägt allerdings jeder Arbeitsmediziner die Hände über dem Kopf zusammen. Auch wenn es die dienstjüngeren Kolleginnen und Kollegen noch nicht so stark belastet, fällt es mit zunehmenden Alter doch immer schwerer. Intelligente Schichtmodelle sind hier gefordert. Die jetzt anstehende Evaluation der Arbeitszeit- und Dienststundenregelung für Justizvollzugsbedienstete bietet die Gelegenheit hier neue und intelligentere Wege zu gehen und sei es in einer oder mehrerer Pilotanstalten, um erste Erfahrungen zu sammeln.

Und das Ergebnis ist … eine Werbekampagne, was auch sonst?!

Mit den nicht verausgabten Personalkosten wird übrigens der Landeshaushalt saniert, immerhin!

Organisiert euch! Echte Gewerkschaften gibt es nicht für 4,50-11,50 € Monatsbeitrag.

Herzlich willkommen:  https://mitgliedwerden.verdi.de/beitritt/verdi

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