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    Zivile Mitarbeiter in der Senne hoffen auf Weiterbeschäftigung

    Zivile Mitarbeiter in der Senne hoffen auf Weiterbeschäftigung

    Britische Armee Pixabay Britische Armee

    Westfalen-Blatt | Paderborn: Seitdem feststeht, dass die Briten den Truppenübungsplatz Senne nicht aufgeben wollen und 200 Soldaten weiter in Sennelager stationiert bleiben, hoffen die Zivilbeschäftigten wieder auf den Erhalt ihrer Arbeitsplätze. Die Briten wissen allerdings selbst noch nicht genau, wie es weitergehen soll.

    Das britische Verteidigungsministerium prüfe, was genau in Sennelager gemacht werden soll. Whitehurst: »Ich bin zuversichtlich, dass wir innerhalb der nächsten sechs Monate ein klareres Bild davon bekommen, was in der Senne passiert.« Die 200 Soldaten, die in Sennelager bleiben, ändern an dem Beschluss Londons, die Streitkräfte bis 2020 aus Deutschland abzuziehen, nichts. Deshalb war den Zivilbeschäftigten in der Senne schon vor längerer Zeit zum 31. Dezember 2019 gekündigt worden. Bislang sind etwa 85 Prozent der britischen Soldaten zurück auf der Insel.

    Übungen intesivieren

    Neben dem Truppenübungsplatz in der Senne sollen das Fahrzeugdepot in Mönchengladbach und das Nato-Munitionsdepot in Wulfen weiter genutzt werden. Wie der Übungsbetrieb in der Senne konkret aufrechterhalten werden soll, müsse jetzt geklärt werden, sagte Whitehurst.

    Dass darüber überhaupt wieder nachgedacht wird, hängt mit einer neuen Einschätzung der Sicherheitslage zusammen. Russland wird wieder stärker als Bedrohung empfunden. Die Nato-Truppen sollen ihre gemeinsamen Übungen intensivieren – und da könnte der Senne für die Zukunft eine größere Bedeutung zukommen. Deshalb schöpfen die Zivilbeschäftigten wieder Hoffnung.

    Bundeswehr nicht zuständig

    Die Bundeswehr fühlt sich in dieser Angelegenheit nicht zuständig. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte dem WESTFALEN-BLATT: »Der Truppenübungsplatz Senne ist den britischen Stationierungsstreitkräften auf Grundlage des Zusatzabkommens zum Nato-Truppenstatut zur ausschließlichen Nutzung überlassen worden. Die ›zivilen Angestellten‹ auf dem Truppenübungsplatz Senne sind bei den britischen Stationierungsstreitkräften im Gebiet der Bundesrepublik Deutschland beschäftigt. Sie stehen somit in keinem Arbeitsverhältnis zur Bundesrepublik Deutschland.«

    Deshalb habe das Verteidigungsministerium »keinen Einfluss« auf die Kündigung oder Weiterbeschäftigung der zivilen Angestellten.

    Sollte es bei den Kündigungen bleiben, könnten sich die Betroffenen auf Stellen bei der Bundeswehr bewerben, erläuterte der Sprecher. Bei gleicher Eignung würden sie auf der Grundlage des Tarifvertrages zur sozialen Sicherung der Arbeitnehmer bei den Stationierungsstreitkräften (TV SozSich) bevorzugt berücksichtigt.

    645 Zivilbeschäftigten

    Ein Vertreter der Zivilbeschäftigten hat sich inzwischen an den Gütersloher CDU-Bundestagsabgeordneten Ralph Brinkhaus und dessen Paderborner Kollegen Carsten Linnemann mit der Bitte gewandt, sich gemeinsam mit Ministerin Ursula von der Leyen »dafür einzusetzen, uns auf dem Schießplatz nach dem jetzigen Tarifvertrag weiterzubeschäftigen«.

    Die Range Control sei stolz, mit der Arbeit der Sicherheit Deutschlands, der Nato und dem Frieden in der Welt zu dienen. Aus dem Büro von Ralph Brinkhaus war auf Anfrage zu hören, der Ball liege im Feld der Briten, die jetzt erklären müssten, was sie konkret vorhätten.

    Die etwa 645 Zivilbeschäftigten sind zum Beispiel für die Instandhaltung des Schießplatzes, die Reparatur von Fahrzeugen und für die Anforderung von Material zuständig. Unter ihnen sind Juristen, Feuerwehrleute, Ingenieure und Übersetzer.

    Quelle: http://www.westfalen-blatt.de/OWL/Kreis-Paderborn/Paderborn/3440163-Britische-Streitkraefte-Details-zum-Uebungsbetrieb-noch-unklar-Zivile-Mitarbeiter-in-der-Senne-hoffen-auf-Weiterbeschaeftigung

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