Tarif

    TVÖD: Ein Ergebnis, das sich sehen lassen kann

    TVÖD: Ein Ergebnis, das sich sehen lassen kann

    In der Tarif- und Besoldungsrunde 2014 mit dem Bund und der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) hat ver.di am 1. April 2014 ein Ergebnis erzielt, das sich sehen lassen kann:

    Die Tabellenentgelte werden rückwirkend zum 1. März 2014 um 3,0 Prozent, mindestens aber um 90 Euro monatlich, und ab 1. März 2015 um weitere 2,4 Prozent erhöht, bei einer Laufzeit bis zum 29. Februar 2016. Die Entgelte der Auszubildenden und Praktikantinnen/Praktikanten werden überproportional mit Wirkung vom 1. März 2014 um 40 Euro und ab 1. März 2015 um weitere 20 Euro monatlich erhöht. Die Urlaubsdauer beträgt ab dem Urlaubsjahr 2014 altersunabhängig für alle Beschäftigten (bei einer Fünf-Tage-Woche) 30 Arbeitstage, der Urlaubsanspruch der Auszubildenden und Praktikantinnen/Praktikanten wird um einen Tag auf 28 Tage angehoben. Die am 28. Februar 2014 außer Kraft getretene Vorschrift zur Übernahme von Auszubildenden wird wieder in Kraft gesetzt sowie die Erstattung der Fahrt- und Übernachtungskosten bei Teilnahme an überbetrieblichen Ausbildungsmaßnahmen außerhalb der Gemeindegrenze der Ausbildungsstätte wesentlich verbessert. Darüber hinaus werden die Regelungen für leistungsgeminderte Beschäftigte klarer gefasst und wurde eine wissenschaftliche Untersuchung der Entwicklung befristeter Arbeitsverhältnisse im öffentlichen Dienst vereinbart.

    Hervorzuheben ist, dass Bundesinnenminister de Maizière gegenüber ver.di die zeit- und wirkungsgleiche Übertragung der Tarifeinigung auf die Beamtinnen und Beamten sowie die Versorgungsempfängerinnen und -empfänger des Bundes angekündigt hat.

    Schließlich konnte im Zusammenhang der Tarifverhandlungen erreicht werden, dass der Bundesinnenminister in einem Brief an den ver.di-Vorsitzenden die Zusagen des damaligen Bundesverkehrsministers Ramsauer zur sozialen Absicherung der Beschäftigten in der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung aus Anlass der WSV Reform als rechtsgültig und nicht einseitig widerrufbar bestätigt und inhaltlich weiter verbessert hat.

    Als Resümee ist festzustellen, dass unsere zentralen tarifpolitischen Ziele, eine deutliche Reallohnsteigerung, verbunden mit einer sozialen Komponente, die Verminderung des Lohnabstands zur Gesamtwirtschaft, etwas für die Auszubildenden zu tun und 30 Tage Urlaub für alle, durchgesetzt werden konnten. Diese positive Einschätzung wird auch von den ver.di-Mitgliedern beim Bund und den Kommunen geteilt, die sich mit einer Quote von 87,33 Prozent für die Annahme der Tarifeinigung aussprachen.

    Ein solches Tarifergebnis war nur erreichbar, weil mehr als 300.000 Kolleginnen und Kollegen in zwei Warnstreikwellen eindrucksvoll ihre Kampfbereitschaft unterstrichen haben. Dazu beigetragen haben auch die Kampagne „Wir sind die Guten“ mit Plakaten für die Öffentlichkeit und für die Dienststellen sowie die öffentlichkeitswirksamen „Rote-Teppich-Aktionen“, bei denen die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes als wahre Helden des (Arbeits-)Alltags auftraten. Beide Kampagnen fanden große Aufmerksamkeit und positive Resonanz, auch in den Medien.

    Anders als vor zwei Jahren konnten auch die Redaktionsverhandlungen zur Umsetzung der Tarifeinigung vom 1. April 2014 zügig abgeschlossen werden. Die Tarifvertragstexte und Erläuterungen des Tarifsekretariats für den öffentlichen Dienst hierzu liegen den Vertrauensleuten bereits vor.

    von: Onno Dannenberg, Bereichsleiter – Tarifpolitik öffentlicher Dienst, ver.di