Kampagne Arbeitszeit ÖD

Enttäuschender Auftakt – faires Lohnangebot nicht in Sicht!

Tarifrunde TVöD Bund/VKA 2020

Enttäuschender Auftakt – faires Lohnangebot nicht in Sicht!

Beschäftigte demonstrieren am Verhandlungsauftakt. Kay Herschelmann Beschäftigte demonstrieren beim Verhandlungsauftakt.

Auftakt der Tarifverhandlungen mit Bund und VKA am 1. September 2020 in Potsdam

Enttäuschender Auftakt – faires Lohnangebot nicht in Sicht!

Wir bleiben dabei – unsere Forderung nach Einkommenserhöhung um 4,8 Prozent, mindestens aber um 150 Euro, ist mehr als gerechtfertigt! Auch wenn in Zeiten von Corona vieles anders ist, gilt das nicht für das Auftreten und die Haltung der Arbeitgeber von Bund und VKA (Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände). Nach dem Motto „und täglich grüßt das Murmeltier“ haben die Arbeitgeber von Bund und VKA die Forderungen als völlig überzogen und utopisch zurückgewiesen. Anstatt dem im Vorfeld gespendeten Applaus nun endlich auch entsprechende Einkommenserhöhungen folgen zu lassen, argumentieren sie, das sei nicht finanzierbar und gefährde die öffentlichen Haushalte.

Wir wissen: Die Anforderungen an die Beschäftigten und die damit einhergehenden Belastungen sind in den vergangenen Jahren ständig gestiegen. Insbesondere die letzten Monate haben gezeigt, wie unverzichtbar die Arbeit der Beschäftigten im öffentlichen Dienst für die Bürgerinnen und Bürger in diesem Land ist. Die Haltung von Bund und VKA ist auch kurzsichtig: Denn wer öffentliche Dienstleistungen erbringen will, braucht dafür qualifiziertes und motiviertes Personal.

„Freundlicher Austausch“ aber meilenweit auseinander.

Die Arbeitgeber haben freundliche Worte über die Leistung der Beschäftigten gefunden. Außer einer Verständigung über das weitere Vorgehen bei den Verhandlungen gab es jedoch keine Angebote. Insbesondere die kommunalen Arbeitgeber beharren darauf, dass man aufgrund leerer Kassen in einer schwierigen Situation sei. Daran ändere sich nach ihrer Sicht auch bis ins Jahr 2023 nichts. Der Tarifabschluss darf aus ihrer Sicht möglichst wenig bis nichts kosten und soll eine möglichst lange Laufzeit haben. Konflikt ist daher vorprogrammiert!

Eine Verständigung gab es darüber, dass über die besondere Situation im Gesundheitsbereich, für die Pflege und den öffentlichen Gesundheitsdienst gesondert verhandelt werden soll. Nach unseren Vorstellungen soll es dabei um eine Pflegezulage sowie die Einbeziehung der Pausen bei Wechselschichtarbeit und Erhöhung des Zuschlags für Samstagsarbeit gehen. Gesondert verhandelt werden soll auch für die Sparkassen. Darauf haben die kommunalen Arbeitgeber großen Wert gelegt.

Gegenüber Bundesinnenminister Seehofer hat ver.di noch einmal nachdrücklich die Erwartung geäußert, dass die Wochenarbeitszeit der Bundesbeamt*innen an das Tarifniveau von 39 Stunden angepasst wird. ver.di wird im Interesse der Beamt*innen nicht lockerlassen. In den kommenden Wochen werden ver.di und die Beamt*innen dem Bund ihre Forderung immer wieder deutlich machen.

Frank Werneke, ver.di-Vorsitzender: „Vor uns stehen schwierige Verhandlungen. Den Arbeitgebern schwebt ein Tarifabschluss nach der Devise » nichts bis wenig mit einer langen Laufzeit « vor. “

 

Wie geht es weiter? Schon am 8. September finden die gesonderten Gespräche für die Sparkassen sowie den Gesundheitsbereich mit Pflege und öffentlichem Gesundheitswesen statt. Diese Verhandlungen dienen der Vorbereitung der speziellen Themen in diesen Bereichen und bereiten die weitere Bearbeitung in der zweiten Verhandlungsrunde vor. Die Verhandlungen werden in der zweiten Runde am Wochenende 19./20. September 2020 fortgesetzt.

Jetzt organisieren - denn Du bist es wert! Mach stark, was dich stärker macht: ver.di-Mitglied werden.