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    Das ändert sich 2015 für Beschäftigte und Versicherte

    Das ändert sich 2015 für Beschäftigte und Versicherte

    • Neue Beitragsbemessungsgrenzen für 2015

    Ab 1.1.2015 gelten neue Beitragsbemessungsgrenzen in den gesetzlichen Sozialversicherungen. Bis zur Bemessungsgrenze in der jeweiligen Sozialversicherung werden Sozialversicherungsbeiträge auf das Gehalt erhoben. Die Teile des Gehalts, die über der Bemessungsgrenze liegen, sind beitragsfrei. Wer also beispielsweise in Westdeutschland 7.000 Euro monatlich verdient, muss nach den neuen Bemessungsgrenzen für 2015 zur allgemeinen Rentenversicherung nur auf 6.050 Euro monatlich Rentenversicherungsbeiträge zahlen, auf die übrigen 950 Euro nicht.

    Beitragsbemessungsgrenze allgemeine Rentenversicherung

    • West: 6.050 Euro/Monat
    • Ost: 5.200 Euro/Monat

    Beitragsbemessungsgrenze Arbeitslosenversicherung

    • West: 6.050 Euro/Monat
    • Ost: 5.200 Euro/Monat

    Beitragsbemessungsgrenze knappschaftliche Rentenversicherung

    • West: 7.450 Euro/Monat
    • Ost: 6.350 Euro/Monat

    Beitragsbemessungsgrenze gesetzliche Pflege- und Krankenversicherung

    • West: 49.500 Euro/Jahr
    • Ost: 49.500 Euro/Jahr

    Infos der Bundesregierung zu den neuen Bemessungsgrenzen 2015

    Infos des Arbeits- und Sozialministeriums zu den neuen Bemessungsgrenzen 2015

    • 1. Januar 2015 ist 45-jähriges Jubiläum der vollen Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach: "Die volle Lohnfortzahlung nimmt den Druck von den Beschäftigten."

    Keine Änderung, aber ein Jubiläum zum 1.1.2015: Der volle Lohnfortzahlungsanspruch im Krankheitsfall wird 45: Am 1.1.1970 trat mit dem Lohnfortzahlungsgesetz (heute Entgeltfortzahlungsgesetz) erstmals eine Regelung in Kraft, wonach alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einen Anspruch auf volle Fortzahlung des Gehalts bei Krankheit erhielten – eine historische Errungenschaft, für die die Gewerkschaften lange gekämpft hatten.

    Gleichstellung von Arbeitern und Angestellten

    Damit galt eine solche weitgehende Regelung erstmals auch für Arbeiterinnen und Arbeiter, zuvor waren sie gegenüber den Angestellten bei der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall benachteiligt gewesen.

    Heute können sich viele Arbeitnehmer kaum noch vorstellen, dass früher Krankheit gleichbedeutend mit Verdienstausfall sein konnte. "Die volle Lohnfortzahlung nimmt den Druck von den Beschäftigten, aus finanziellen Gründen auf eine Krankmeldung zu verzichten", erklärt DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach anlässlich des Jubiläums.

    Gilt auch für Teilzeitkräfte und Minijobber

    Heute ist die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall ein Kernstück der sozialen Sicherung in Deutschland und wird von vielen Arbeitnehmern als selbstverständlich erachtet. "Allerdings wissen viele Teilzeitkräfte und viele geringfügig Beschäftigte nicht, dass auch sie einen Anspruch auf Vergütung der durch Krankheit ausgefallenen Arbeitszeit haben", so Buntenbach weiter. "Tatsächlich haben alle Beschäftigten, auch Minijobberinnen und Minijobber darauf Anspruch, wenn sie schon länger als einem Monat beschäftigt sind."

    Anstoß für das Gesetz war ein Tarifvertrag – per Streik erkämpft

    Für das Gesetz zur Lohnfortzahlung standen tarifliche Regelungen Pate. Mit einem sechzehnwöchigen Streik in der Metallindustrie in Schleswig-Holstein erkämpften die Arbeiter in den Jahren 1956 und 1957 eine tarifvertragliche Regelung, die den damaligen Gesetzgeber dazu veranlasste, die Frage der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall gesetzlich zu regeln. Allerdings wurde das Gehalt in den ersten drei Tagen der Krankschreibung, den sogenannten "Karenztagen", nicht fortgezahlt. Erst die große Koalition führte 1969 die Lohnfortzahlung in ihrer heutigen Form (und damit die Gleichstellung von Arbeitern und Angestellten bei der Lohnfortzahlung) zum 1. Januar 1970 ein.

    Geschichte der Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall in Deutschland

    • "Pflegereform 2015" Das Pflegestärkungsgesetz I tritt zum 1.1.2015 in Kraft. Das Pflegestärkungsgesetz II soll im Laufe dieser Legislaturperiode folgen.

    Beiträge zur Pflegeversicherung steigen, Leistungen werden ausgebaut

    Mit dem Pflegestärkungsgesetz I wird 2015 der Beitragssatz zur gesetzlichen Pflegeversicherung um 0,3 Prozentpunkte auf 2,35 Prozent, beziehungsweise 2,6 Prozent für Kinderlose, steigen. Mit dem Pflegestärkungsgesetz II soll der Beitrag dann später um weitere 0,2 Prozentpunkte steigen, um die Einführung eines neuen, erweiterten Pflegebegriffs zu finanzieren. Die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung könnten durch die Reformen insgesamt um etwa 20 Prozent ausgeweitet werden, so das Bundesgesundheitsministerium.

    Buntenbach: Gesetzgeber hat erkannt, wie wichtig eine leistungsfähige Pflegeversicherung ist

    "Wir unterstützen diese Beitragsanhebung, weil dadurch die Situation der pflegebedürftigen und der pflegenden Menschen verbessert wird", so DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach. "Diese Beitragsentwicklung zeigt, dass auch der Gesetzgeber erkannt hat, wie wichtig es ist, eine leistungsfähige Pflegeversicherung zu haben, die den Herausforderungen wirklich gewachsen ist. Das ist eine gute Sache."

    Was bringt das Pflegestärkungsgesetz I?

    Das erste Pflegestärkungsgesetz wird unter anderem folgende Neuerungen und Verbesserungen bringen:

    • Einen Pflegevorsorge-Fonds: Wenn die geburtenstarken Jahrgänge in einigen Jahren ins "Pflegealter" kommen, werden die Ansprüche an die gesetzliche Pflegeversicherung deutlich steigen. Damit die Beitragssätze dann weitgehend stabil bleiben und Beitragssteigerungen abgemildert werden können, wird ein Fonds aufgebaut, aus dem steigende Kosten finanziert werden sollen.
    • Demenzkranke ("Pflegestufe 0") können künftig auch Leistungen der Tages- und Nachtpflege, der Kurzzeitpflege und den Zuschlag für Mitglieder ambulant betreuter Wohngruppen erhalten.
    • Mehr Beschäftigte in Pflegeeinrichtungen: Mit dem Gesetz soll die Voraussetzung dafür geschaffen werden, dass die Zahl der zusätzlichen Betreuungskräfte in Pflegeeinrichtungen von bisher rund 25.000 auf bis zu 45.000 erhöht werden kann.

    Alle Änderungen nach dem Pflegestärkungsgesetz I listet das Bundesgesundheitsministerium online auf.

    Broschüre des DGB informiert

    Der DGB informiert in einer Broschüre über die Pflegereform 2015. Die Broschüre kann bereits vorbestellt werden.